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Wirtschaft

03. Dezember 2016 | 14:44 Uhr

Nach Anordnung der EU-Kommission : Irland wehrt sich gegen Steuernachzahlung von Apple

vom

Apple soll in Irland 13 Millionen Euro nachzahlen. Doch Irland will das Geld nicht und stattdessen gegen die Anordnung der EU-Kommission vor Gericht ziehen.

Dublin | Die irische Regierung will sich juristisch gegen die Entscheidung der EU-Kommission zu Steuernachzahlungen des US-Konzerns Apple zu Wehr setzen. Das bestätigte ein Sprecher der irischen Regierung am Freitag. Zuvor hatte der irische TV-Sender RTÉ darüber berichtet. Die EU-Kommission hatte entschieden, dass Apple 13 Milliarden Euro an Steuern nachzahlen muss.

Apple lässt in Irland als Niedrigsteuerland einen Großteil der Gewinne anfallen, obwohl dort nur ein geringer Bruchteil des Umsatzes erwirtschaftet wird: Das geht in etwa so: Für ein iPhone, das in Deutschland verkauft wird, muss die deutsche Niederlassung hohe Lizenzkosten an Apple in Irland zahlen, wodurch der Großteil des Gewinns dort anfällt und nicht hier. Das macht das Land sehr attraktiv für den Konzern. Irland wiederrum profitiert von der Ansiedlung internationaler Unternehmen wie Apple als Tech-Standort.

Apple-Chef Tim Cook hat der EU-Kommission vorgeworfen, mit der Steuer-Nachforderung eine politische Agenda zu verfolgen. Ein Vorwurf, den Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager am Donnerstag entschieden zurückwies: „Diese Entscheidung stützt sich auf die Fakten des Falls“, betonte sie vor Journalisten in Brüssel.

Cook hatte in einem am gleichen Tag veröffentlichten Interview mit der irischen Zeitung „Independent“ die Vermutung geäußert, dass Apple angesichts anti-amerikanischer Stimmungen in Europa gezielt ins Visier genommen worden sei. „Ich bin überzeugt, dass es eine politisch motivierte Entscheidung war. Für sie gibt es keine Grundlage in Fakten oder Recht“, sagte er.

Die EU-Wettbewerbshüter hatten diese Woche die Steuervereinbarungen von Apple in Irland für unzulässige Beihilfen erklärt und eine Nachzahlung angeordnet. Sie warfen dem iPhone-Konzern auch vor, „Verwaltungssitze“, denen Gewinne zugeordnet worden seien, hätten nur auf dem Papier existiert. Apple will sich vor Gericht wehren. In Europa stieß das Vorgehen der Kommission auf breite Zustimmung aus nahezu allen politischen Lagern.

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erstellt am 02.Sep.2016 | 15:20 Uhr

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