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Wirtschaft

10. Dezember 2016 | 11:58 Uhr

Hamburg und Kiel : HSH Nordbank: Wirbel um Nachlass für Reedereien

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die staatlichen Rettungsmaßnahmen für die HSH Nordbank sind etwas anders abgelaufen als bislang bekannt.

Kiel/Hamburg | Die HSH Nordbank hat Reedern Schulden in Höhe von rund 800 Millionen Euro erlassen – für Kredite aus dem Portfolio, das später auf die von den Ländern gegründete Portfoliomanagement AöR übertragen wurde. Das berichtet das „Hamburger Abendblatt“. Demnach haben beide Mehrheitseigner für den Kaufpreis von 2,4 Milliarden Euro keine notleidenden Schiffskredite im Buchwert von knapp fünf, sondern lediglich in Höhe von rund 4,1 Milliarden Euro abgenommen.

Beim Finanzministerium wird indes darauf verwiesen, dass die EU-Kommission sowie Gutachter den Kaufpreis des Portfolios am 31. Dezember 2015 über den Marktwert ermittelt haben – eben jene besagten 2,4 Milliarden Euro. Bis zur Übertragung des Portfolios – also während eines Zeitraums von rund sechs Monaten – konnte die HSH Nordbank weiterhin mit dem Portfolio arbeiten und eben auch restrukturieren – was im Klartext bedeutet, dass Schulden unter anderem erlassen wurden. Dadurch hat sich der Buchwert verändert, wie beim Ministerium eingeräumt wird. Auf den ermittelten Marktwert hatte dies den Angaben zufolge hingegen keinen Einfluss.

Die Opposition im Landtag wirft Schleswig-Holsteins Finanzministerin vor allem Geheimniskrämerei vor, da die Parlamente in Hamburg und Kiel erst Monate nach der Übernahme über diese Restrukturierungen durch die HSH Nordbank und den damit veränderten Buchwert informiert worden sind. Die Kritik wird auch geäußert, da die Landesregierung sich auch ansonsten zurückhält, wenn es um Details zum Schiffsportfolio geht. So wurde der zuständige Ausschuss im Landtag dann auch nicht darüber informiert, welchem Kreditnehmer genau die HSH Nordbank hier Schulden erlassen hat. Nach den Angaben des „Abendblatts“ soll nämlich allein auf einen Reeder eine Summe von mehr als 500 Millionen Euro entfallen.

Die HSH Nordbank galt einst als größter Schiffsfinanzierer der Welt. Mit der Schifffahrtskrise begann auch die gemeinsame Landesbank von Hamburg und Schleswig-Holstein zu straucheln.

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erstellt am 08.Okt.2016 | 09:37 Uhr

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