zur Navigation springen

Wirtschaft

07. Dezember 2016 | 21:27 Uhr

Ticketspezialist Metric : Hersteller der Bahn-Fahrscheinautomaten ist zahlungsunfähig

vom
Aus der Onlineredaktion

Jeden Tag lösen Hunderttausende ihr Bahnticket an Automaten von Metric. Die Bahn ist ein großer Kunde der Firma, die früher Höft & Wessels hieß. Metric hat nun Insolvenz angemeldet.

Hannover | Der Ticketspezialist Metric zieht wegen erheblicher Zahlungsschwierigkeiten die Notbremse. Das Unternehmen aus Hannover (früher: Höft & Wessel) beantragte am Dienstag eine Insolvenz in Eigenverwaltung. Das teilte Metric am Dienstagabend per Pflichtmitteilung an die Finanzwelt mit. Mit Metric-Technik kommen Zehntausende Reisende und Pendler täglich in Kontakt: Die Gruppe stellt zum Beispiel die Fahrscheinautomaten der Deutschen Bahn her und stattet die Zugbegleiter mit den Geräten für die Ticketkontrolle aus. Außerdem ist Metric ein bedeutender Hersteller von Parkscheinautomaten.

Auslöser der riskanten Schieflage sei eine bereits „eingetretene Zahlungsunfähigkeit“, schrieb der Konzern, der gut 400 Mitarbeiter zählt. Das Unternehmen war bereits 2013 haarscharf an der Pleite vorbeigeschrammt. Als Retter kam der Düsseldorfer Investor Droege.

Das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung bedeutet, dass das Management Herr der Entscheidungen bleibt, aber einen sogenannten Sachwalter als Berater an die Seite gestellt bekommt. Diese „Insolvenz light“ soll eine frühzeitige Wende erleichtern, Ziel ist stets eine Sanierung. Der Antrag sei am Dienstag am Amtsgericht Hannover gestellt worden - die Amtsgerichte sind hierzulande die zuständigen Insolvenzgerichte.

Metric erklärte zu der gewünschten Eigenverwaltung: „Zielsetzung ist der Verbleib der unternehmerischen Verantwortung in den Händen des bisherigen Vorstandes und die Fortsetzung des operativen Geschäftes.“ Der Geldmangel liege an einer Verkettung aus Rückschlägen. Demnach trafen zeitgleich „unerwartet eingetretene Planabweichungen in der Umsatzrealisierung“ auf „Verzögerungen in der Fertigstellung von Großprojekten und der Akquisition eines Großauftrages“.

Metric teilte mit: „Dieser Liquiditätsengpass konnte weder durch den Erhalt einer Anzahlung zum Ausgleich erheblicher Vorleistungen in einem laufenden Großprojekt, noch durch das Erschließen weiterer Finanzierungsquellen beseitigt werden.“ Eine Brückenfinanzierung sei fehlgeschlagen.

Metric beziehungsweise vormals Höft & Wessel hatte 2014 unter dem Strich einen Fehlbetrag von 3,3 Millionen Euro geschrieben. 2015 wies das Unternehmen mit 2,6 Millionen Euro ebenfalls einen Verlust aus.

zur Startseite

von
erstellt am 29.Jun.2016 | 10:11 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen