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Wirtschaft

08. Dezember 2016 | 10:55 Uhr

Treiber auch niedrige Zinsen : Handwerk in sehr guter Stimmung

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Schon lange nicht mehr konnten die Handwerker so positiv in die Zukunft schauen wie 2016. Der Generalsekretär ihres Verbands ist überzeugt: Das wird sich auch im nächsten Jahr nicht ändern. Es gibt aber auch jede Menge Herausforderungen für die Betriebe.

Rostock/Dresden (dpa) - Das deutsche Handwerk rechnet in diesem Jahr mit einem kräftig wachsenden Geschäft. «Wir gehen für 2016 von einem Umsatzplus von rund 3,5 Prozent aus», sagte der Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, Holger Schwannecke.

Heute beginnt die Tagung der Geschäftsführer der 53 Handwerkskammern, die bis Freitag in Rostock-Warnemünde stattfindet.

Treiber seien die Konsumfreude der Verbraucher und die niedrigen Zinsen. Auch bei den Investitionen legten die Betriebe zu. «Das ist immer ein Signal dafür, dass die Unternehmen eine positive Zukunftserwartung haben», erklärte Schwannecke. Er rechne deshalb für 2017 mit einer Umsatzsteigerung um rund 2,5 Prozent.

Die Zahl der Beschäftigten sei in diesem Jahr um etwa 15 000 gestiegen. Im Handwerk arbeiten insgesamt nun 5,4 Millionen Menschen. Die Zahl der Auszubildenden liege bei 131 000 - eine Steigerung um ein Prozent im Vergleich zum Vorjahr. «Wir haben uns des Themas Nachwuchssicherung intensiv angenommen», betonte Schwannecke. Das Handwerk spreche die jungen Leute auf ihren Informationskanälen an.

Die Branche sei dabei, schwächere Jugendliche fit zu machen. Zudem würden leistungsstarke Schüler angesprochen, indem ihnen gleichzeitig eine duale Ausbildung in einem Beruf und das Abitur angeboten werde.

Für viele Betriebe werden zudem digitale Geschäftsmodelle ein immer wichtigeres Thema. «Digitalisierung betrifft letztlich alle Branchen - auch das Handwerk, so heterogen es mit seinen verschiedenen Gewerken ist», sagte Zentralverbands-Geschäftsführer Karl-Sebastian Schulte der dpa. Er schätzt, dass etwa 20 Prozent der Handwerker «nah an den aktuellen Entwicklungen dran sind» - auch als digitale Vorreiter.

Das breite Mittelfeld fange nun damit an, sich intensiver mit Vernetzung und intelligenter Software zu beschäftigen. Grund zur Sorge oder den Wegfall von Arbeitsplätzen sieht Schulte nicht: «Wir sehen das eher als Chance und nicht als Bedrohung.»

Es sei zu beobachten, dass im Zeitalter der Digitalisierung die Wertschätzung für individuelle und qualitativ hochwertige Leistung steige. Es sei jedoch klar, dass die Digitalisierung das Handwerk verändern werde. Es komme zu einem Konzentrationsprozess - beispielsweise im Bäcker- und Fleischerhandwerk. Allerdings dürften die Chancen der Digitalisierung nicht zu gering bewertet werden.

Ein Thema bei der von der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern organisierten Tagung sei die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe, sagte Schwannecke. «Das zu halten, fällt uns dann schwer, wenn die Politik auf die Idee kommt, schnell kostentreibende Versprechen abzugeben.» Als Beispiele nannte er Sozialsysteme und Rente. «Da unterscheiden wir uns klar von der Industrie: Wir sind der personalintensivste Wirtschaftsbereich, Änderungen bei den Sozialsystemen wirken sich auf die Preise und damit auf den Wettbewerb aus.»

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erstellt am 10.Nov.2016 | 11:08 Uhr

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