zur Navigation springen

Verkauf von Anteilen : Ferdinand Piëch will bei VW aussteigen

vom

Offenbar plant der Großaktionär seine VW-Anteile zu verkaufen. Seine Aktien sollen rund eine Milliarde Euro wert sein.

Wolfsburg | Der frühere VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch (79) plant seine Anteile an VW zu verkaufen. Wie die Porsche-Dachgesellschaft PSE am Freitag als Hauptaktionärin von Volkswagen mitteilte, führen die Familien Porsche und Piëch entsprechende Verhandlungen über eine Übertragung eines „wesentlichen Anteils“ der gehaltenen Stammaktien. Zuvor hatte der „Spiegel“ über einen möglichen Ausstieg Piëchs bei VW berichtet.

Ferdinand Piëch könnte den Eigentümerfamilien Porsche und Piëch schaden, sollte ein familienfremder Investor seine Stammaktien erwerben und darüber Stimmrechte gewinnen. Piëch galt einmal als mächtigster Mann bei VW.

Die Eigentümerfamilien sollen laut dem Spiegel-Bericht mit Piëch über die Übernahme seiner Aktien, die gut eine Milliarde Euro wert sind, verhandeln. Sie verfügen über ein Vorkaufsrecht. Der Firmenpatriach soll 14,7 Prozent der Stammaktien an der Porsche SE halten, diese verfügten wiederum über 52 Prozent der Stimmrechte am VW-Konzern. Der Kapitalanteil der Beteiligungsgesellschaft an VW liegt bei knapp 31 Prozent.

Piëch, der am 17. April 80 Jahre alt wird, ist Miteigentümer von Porsche und damit auch Großaktionär von VW. Er war bis April 2015 langjähriger VW-Aufsichtsratschef und galt als mächtigster Mann bei Volkswagen. Er trat nach einem internen Machtkampf mit dem damaligen Vorstandschef Martin Winterkorn von fast allen Ämtern zurück und blieb am Ende lediglich Aufsichtsrat bei der Porsche SE.

Vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass Piëch seinen letzten Posten im Konzern verlieren könnte. Die Familien Porsche und Piëch hätten sich darauf geeinigt, den 79-Jährigen im Zuge einer Umstrukturierung des Kontrollgremiums der Porsche SE zu entmachten und ihm sein Aufsichtsratsmandat zu entziehen, schrieb die „Bild am Sonntag“. Ein Sprecher der Porsche SE sagte dazu, der Aufsichtsrat müsse bis Mitte April entscheiden, wer dem Gremium angehören solle. Chefkontrolleur Wolfgang Porsche hatte am Rande des Autosalons in Genf gesagt, es sei noch keine Entscheidung gefallen.

Zuletzt hatten bei der Aufarbeitung des VW-Dieselskandals angebliche Anschuldigungen Piëchs für Aufsehen gesorgt. Demnach soll der frühere VW-Aufsichtsratschef Mitgliedern des Aufsichtsrats-Präsidiums wie Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil, Betriebsratschef Bernd Osterloh und auch seinem Cousin Wolfgang Porsche vorgeworfen haben, früher als bisher bekannt über einen Verdacht von Abgas-Manipulationen in den USA Bescheid gewusst zu haben.

Diese hatten das scharf zurückgewiesen. Wolfgang Porsche sagte zuletzt in Genf, er selbst werde in dieser Sache nichts unternehmen, Familie könne man sich nicht aussuchen.

zur Startseite

von
erstellt am 17.Mär.2017 | 16:16 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen