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Wirtschaft

05. Dezember 2016 | 05:24 Uhr

Unfall mit Model S : Erster Toter: Teslas Autopilot erkennt weißen Lkw nicht

vom

Es ist der erste bekanntgewordene Todesfall in einem Auto, das sich selbst steuerte. Die Verkehrsaufsicht prüft das Modell.

Washington/Palo Alto | Der erste tödliche Unfall mit dem automatisierten Fahrsystem des Elektroauto-Herstellers Tesla ruft die amerikanische Verkehrsaufsicht auf den Plan. Die Behörde NHTSA prüft, wie Teslas „Autopilot“ bei dem Crash funktioniert hat. Es ist auch insgesamt der erste bekanntgewordene Unfalltod in einem Auto, das gerade von einem Computer gesteuert wurde. Der Unfall ereignete sich nach NHTSA-Angaben bereits am 7. Mai an der Kreuzung eines Highways in der Ortschaft Williston in Florida.

Die Autobranche und Entwickler von Roboterwagen-Technologie wie Google versprechen, dass selbstfahrende Fahrzeuge den Verkehr viel sicherer machen und die Zahl der Todesfälle drastisch senken.

Das Tesla-System kann beschleunigen, bremsen, die Spur halten, und Objekten ausweichen, um einen Zusammenstoß zu verhindern. In diesem Fall stieß die Limousine „Model S“ jedoch mit einem Lastwagen-Anhänger zusammen, der die Fahrbahn überquerte. „Weder Autopilot, noch der Fahrer erkannten die weiße Seite des Anhängers vor dem Hintergrund eines hellen Himmels und die Bremse wurde nicht betätigt“, schrieb Tesla in einem Blogeintrag am späten Donnerstag.

Was kann der Autopilot von Tesla – und was nicht?

Der Name „Autopilot“ verspricht bei Teslas Fahrassistenz-Funktion zumindest bisher noch etwas mehr, als das System halten kann. Denn im Gegensatz zum Autopiloten im Flugzeug soll die Technik nicht komplett die Kontrolle übernehmen. Laut Tesla selbst hält das System im Autobahn-Verkehr Geschwindigkeit und Abstand, dazu beschleunigt und bremst es selbst.

Außerdem kann der „Autopilot“ in einer Spur bleiben und sie auch wechseln, wenn der Blinker betätigt wird. Ebenfalls enthalten ist automatisches Einparken. Zudem warnt die Technik den Fahrer bei der Gefahr eines Seitenaufpralls und versucht auch selbst, Kollisionen auszuweichen. Es gibt einige Internet-Videos, in denen der Autopilot einen Zusammenstoß erfolgreich verhindert.

Das System greift Tesla zufolge auf eine Kombination aus Kameras sowie Radar- und Ultraschall-Sensoren zurück, um die Umgebung zu erkennen. Angesichts dieser diversen Datenquellen dürfte noch die Frage geklärt werden müssen, wie es dazu kommen konnte, dass der Wagen im aktuellen Fall einen Lastwagen-Anhänger nicht erkannte. Für Kameras könnte das weiße Fahrzeug vor dem Hintergrund eines hell ausgeleuchteten Himmels eine Herausforderung sein, für den Radar eigentlich nicht.

 

Tesla betonte zugleich, das „Autopilot“-System sei eine neue Technologie in der sogenannten Beta-Phase, die standardmäßig abgestellt sei und erst bewusst aktiviert werden müsse. Fahrer würden beim Einsatz des Programms ausdrücklich aufgefordert, die Hände niemals vom Steuer zu nehmen und die Kontrolle und Verantwortung über das Fahrzeug zu behalten.

Dennoch gab es bereits viele Internet-Videos zu sehen, in denen Fahrer sich bei eingeschaltetem „Autopilot“-System mit anderen Sachen beschäftigten. Einer kletterte sogar auf den Rücksitz und filmte den leeren Fahrersitz von dort. Um so etwas zu vermeiden, kontrolliert das System regelmäßig, ob der Fahrer die Hände am steuert hat. Wenn nicht, ertönen akustische Alarmsignale und das Auto bremst ab.

Laut NHTSA betrifft die vorläufige Untersuchung etwa 25.000 Tesla „Model S“ des Modelljahres 2015. Das Unternehmen des Tech-Milliardärs Elon Musk betonte, seine Wagen seien bereits über 130 Millionen Meilen (rund 210 Mio Kilometer) mit eingeschalteter Autopilot-Funktion gefahren. Im regulären US-Straßenverkehr gebe es einen Todesfall pro 94 Millionen gefahrene Meilen. Die NHTSA prüfe nur, ob der „Autopilot“ wie zu erwarten sei funktioniert habe, erklärte Tesla. Die Aktie des Autobauers gab nachbörslich dennoch um fast drei Prozent nach.

Bei Google gab es in diesem Jahr ebenfalls den ersten Unfall mit einem selbstfahrenden Auto, das gerade vom Computer gesteuert wurde. Einer der Wagen kam in der Google-Heimatstadt Mountain View bei niedriger Geschwindigkeit einem Bus in die Quere, es gab nur Blechschaden.

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erstellt am 01.Jul.2016 | 10:15 Uhr

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