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Wirtschaft

11. Dezember 2016 | 09:09 Uhr

Roboter-Technik für Fahrzeuge : Elon Musk: Tesla will nur noch autonom fahrende Autos bauen

vom

Von der West- an die Ostküste fahren, ohne auch nur einen Handgriff zu machen? Das soll bis Ende 2017 möglich sein.

Palo Alto | Tesla-Chef Elon Musk hatte von einer großen Ankündigung gesprochen, in der Nacht zum Donnerstag gab es sie: Der Elektroauto-Hersteller wird demnach alle seine neuen Fahrzeuge mit der nötigen Technik für komplett autonomes Fahren ausrüsten. Die Software dazu solle später schrittweise freigeschaltet werden, erklärte Musk.

Die Technik ist umstritten. Zuletzt hatte das Bundeskraftfahrtamt in Flensburg von Tesla verlangt, nicht mehr mit dem „Autopoiloten“ zu werben. Vorausgegangen waren ein tödlicher Unfall im Mai, bei dem ein Tesla mit eingeschaltetem System unter einen Lastwagen-Anhänger raste. Auch auf der A24 in Schleswig-Holstein hatte es einen Unfall gegeben, bei dem das Assistenz-System des Elektroautos möglicherweise ein Hindernis nicht erkannt hatte. Tesla dementierte den zweiten Fall allerdings.

Elon Musk kündigte an, bis Ende kommenden Jahres solle es zum Beispiel möglich sein, von Los Angeles nach New York gefahren zu werden, ohne auch nur einen Handgriff machen zu müssen, sagte er zum Zeitplan.

Alle Tesla-Fahrzeuge bekämen nun acht Kameras statt bisher einer, Ultraschall- und Radar-Sensoren mit höherer Reichweite und Auflösung sowie 40 Mal mehr Rechenleistung im Computer, sagte Musk. Das für 2017 angekündigte günstigere Fahrzeug Model 3 gehöre dazu, bisher verkaufte Teslas könnten nicht nachgerüstet werden. „Ich wünschte, man könnte es anders machen“ - aber wegen der engen Integration sei das so unrealistisch wie jemandem eine Wirbelsäule zu transplantieren.

Die Software zum autonomen Fahren soll im sogenannten „Schatten-Modus“ dazulernen. Dabei werde der Computer - während der Mensch fährt - im Hintergrund die Verkehrssituation analysieren, sagte Musk. Er räumte ein, dass die Einführung der Software von lokalen Regeln abhängen werde. So hoffe er, dass es in den USA keinen Flickenteppich verschiedener Vorschriften von Bundesstaat zu Bundesstaat geben werde.

Tesla ist der erste Hersteller, der ankündigte, alle seine Fahrzeuge mit Roboterwagen-Technik auszurüsten. Die Firma will bis 2018 die Produktion von 50.000 auf 500.000 Wagen pro Jahr hochschrauben. Zum Jahr 2020 stellte Musk die Marke von einer Million in Aussicht. Die Masse soll das Model 3 ausmachen, für das es aus dem Stand nahezu 400.000 Vorbestellungen gab.

Unterdessen arbeiten alle in der Autobranche - und auch diverse Tech-Unternehmen - an Technik für autonomes Fahren. So schickt Google seit 2009 selbstfahrende Autos auf die Straße, der Fahrdienst-Vermittler Uber testet in der US-Stadt Pittsburgh Robotertaxis mit Passagieren an Bord, auch Apple entwickelt laut Medienberichten Software für autonome Fahrzeuge. Diverse Autobauer kündigten selbstfahrende Autos für die Jahre 2020 bis 2022 an.

Tesla will auch eine eigene Plattform entwickeln, über die Besitzer ihre selbstfahrenden Autos zum Geldverdienen losschicken können. Das würde die Firma zu einem weiteren Konkurrenten für Fahrdienst-Vermittler wie Uber machen.

Teslas bisheriger Fahrassistent „Autopilot“ soll als eigenständige Funktion bleiben und weiterentwickelt werden. Tesla war unter anderem in Deutschland in die Kritik geraten, mit dem Vorwurf, der Name erwecke beim Besitzer den Eindruck, das Auto könne sich selbst steuern. Das Unternehmen betont, der Fahrer müsse bei „Autopilot“ jederzeit den Überblick und die Kontrolle über das Auto behalten.

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erstellt am 20.Okt.2016 | 09:51 Uhr

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