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Wirtschaft

10. Dezember 2016 | 11:46 Uhr

Fragen und Antworten zum US-Trend : Black Friday und Cyber Monday: Was Sie zum Schnäppchenkauf wissen müssen

vom
Aus der Onlineredaktion

Die beiden Shopping-Tage sind auch in Deutschland immer mehr Kunden ein Begriff. Vor allem der Online-Handel profitiert.

Es ist stets der Freitag nach dem wichtigen Familienfest Thanksgiving: In den Vereinigten Staaten fällt mit dem „Black Friday“ der Startschuss für den vorweihnachtlichen Ausverkauf. Ursprünglich ein amerikanisches Phänomen, gibt es den Schnäppchentag nun auch schon seit zehn Jahren in Deutschland – jenen Tag also, an dem viele Händler mit üppigen Preisnachlässen von teils bis zu 90 Prozent werben.

Viele Menschen nutzen die groß angelegte Rabattaktion, um bereits erste Weihnachtsbesorgungen zu erledigen – und das nicht nur an jenem berühmten Freitag. Gilt der „Black Friday“ zwar stets offiziell als Start des Weihnachtsgeschäftes, findet die Rabattschlacht am „Cyber Monday“, dem Montag nach dem Thanksgiving-Wochenende, ihren Höhepunkt. Der hat dem „Black Friday“ inzwischen schon fast den Rang abgelaufen – zumindest virtuell.

Auch jetzt werben Online-Shops bereits mit unzähligen Rabatt-Aktionen für die beiden Schnäppchentage. Wie im letzten Jahr wartet Amazon gar mit einer ganzen „Cyber Monday“-Woche auf. Mehr als 10.000 Angebote und bis zu 50 Prozent Rabatt erwarten die Kunden des Online-Großhandels seit Montag.

shz.de erklärt in fünf Fragen, was es mit den Preisnachlässen auf sich hat und worauf Schnäppchenjäger am Wochenende achten müssen.

Wo hat der „Black Friday“ seinen Ursprung?

Der berühmte Shoppingtag ist eine Tradition aus den USA, die dort bereits über 50 Jahre zurückreicht: Im Jahr 1961 warben lokale Händler in Philadelphia am Brückenfreitag nach Thanksgiving erstmals mit Rabatten und lockten so viele Konsumenten in die Innenstadt, dass die Polizei die Menschenmenge nur noch als „schwarze Masse“ wahrnahm und dem Tag den Namen „Black Friday“ gab.

Seitdem haben Händler in den USA jedes Jahr zum „Black Friday“ mit speziellen Rabattaktionen geworben und der Verkaufsaktion so zur internationalen Bekanntheit verholfen.

Was bedeutet das Schnäppchen-Wochenende für den Handel?

2015 setzten amerikanische Händler am „Black Friday“ - einer Studie des Centres for Retail Research zufolge - 5,42 Milliarden Euro um. Auch in Deutschland ist der schwarze Freitag in den letzten Jahren zu einem der umsatzstärksten Tage des Einzelhandels avanciert. Im letzten Jahr machten Händler zwischen „Black Friday“ und „Cyber Monday“ bereits einen Umsatz von 924 Millionen Euro.

Dieses Jahr dürften Konsumenten erstmals mehr als eine Milliarde Euro ausgeben. Der Grund ist simpel: Die Schnäppchen-Tage fallen in diesem Jahr auf das erste Adventwochenende.

Welche Händler bieten Rabatte an?

Kaum eine Einzelhandelskette kann es sich leisten, sich aus dem „Black Friday“-Rabattwettbewerb herauszuhalten. Unter den Teilnehmern sind beispielsweise Apple, Amorelie, Butlers, Christ, Galeria Kaufhof, Redcoon, Samsung und TUI. Auch Handelshäuser wie Otto, Karstadt oder H&M lassen die Preise am letzten November-Wochenende purzeln.

Einen Überblick zu den Angeboten bieten Seiten wie black-friday.de oder blackfridaysale.de. Bei vielen Händlern beginnt der Spar-Freitag bereits am Donnerstagabend. Obwohl das Event in Deutschland hauptsächlich online stattfindet, senken auch viele lokale Händler am schwarzen Freitag ihre Preise.

Welche Produkte liefern die größten Ersparnisse?

Auch wenn die häufig angepriesenen 90 Prozent Rabatt die absolute Ausnahme darstellen, könnte der Einkauf in vielen Fällen dennoch lohnen. Wie eine Analyse des Verbraucherforums mydealz von 13.033 Angeboten zeigt, konnten Verbraucher in den letzten drei Jahren durchschnittlich 43,8 Prozent sparen. Je nach Warengruppe sind auch höhere Rabatte möglich.

Am „Black Friday“ und dem darauffolgenden „Cyber Monday“ warten vor allem Anbieter von Apps und Software sowie Händler von Genuss- und Lebensmitteln mit hohen Rabatten auf: In den letzten drei Jahren sanken die Preise von Applikationen für Smartphones und Tablets sowie Software für den PC und Macbooks pünktlich zum „Black Friday“ um durchschnittlich 75,5 Prozent. 2015 betrug der durchschnittliche Rabatt 75,1 Prozent.

Die Ersparnis bei Genuss- und Lebensmittel wie Nudeln, Saucen, Schokolade, Spirituosen und Weine lag in den vergangenen drei Jahren im Mittel bei 51,9 Prozent, 2015 bei 39,9 Prozent.

Worauf muss ich vor dem Kauf achten?

Ein 100-Zentimeter-Fernseher für 300 Euro, dazu noch ein Einkaufsgutschein, ein Set Bettlaken für 15 Euro, DVDs für gerade mal zwei und dann die Beats-by-Dre-Kopfhörer für den Sprössling zum halben Preis – bei der Fülle an vermeintlichen Sonderangeboten verlieren Verbraucher schnell den Überblick.

Dabei ist Vorsicht geboten: Nicht jedes angepriesene Schnäppchen ist tatsächlich eines. Denn oft berechnet sich der Rabatt an der unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers – und die liegt meist weit entfernt vom tatsächlichen Preis. Um nicht in die Rabattfalle zu tappen, sollten Sie sich deshalb im Vorhinein überlegen, welche Produkte Sie kaufen möchten und sich ein Bild von den aktuell gängigen Preisen und zu erwartenden Rabatten machen.

Außerdem empfiehlt es sich, die Händler sorgfältig auszuwählen – auch um Cyber-Kriminellen aus dem Weg zu gehen. Einen guten Hinweis bieten sogenannte Gütesiegel wie die von „Trusted Shops“. Nur Online-Shops, die bestimmte Qualitätskriterien erfüllen, dürfen dieses Siegel führen.

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erstellt am 24.Nov.2016 | 06:41 Uhr

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