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Neuer Hauptstadtflughafen : BER-Eröffnung auch 2018 nicht sicher

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Bevor er sich festlegt, will der neue Flughafenchef erst einmal das Erreichte prüfen und Risiken offen legen. Der neue Aufsichtsratschef rechnet fest mit weiteren Rückschlägen.

Berlin | Am neuen Hauptstadtflughafen ist aus Sicht der Verantwortlichen auch eine Eröffnung im nächsten Jahr nicht sicher. „Natürlich ist 2018 das Ziel“, sagte der neue Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup nach einer Aufsichtsratssitzung am Freitag. Er werde sich aber erst festlegen, wenn er das nach Tests im Terminal und Verhandlungen mit den Baufirmen sicher wisse. „Das wird noch ein bisschen dauern.“ Lütke Daldrup machte zudem deutlich, dass der neue Zeitplan nicht auf Kante genäht werden wird, sondern „ausreichend Puffer“ enthalten werde.

Der Flughafen sollte ursprünglich 2011 in Betrieb gehen. Der Eröffnungstermin ist seither mehrmals verschoben worden. Im Juli 2016 hieß es noch, die Eröffnung werde im November 2017 über die Bühne gehen. Im Januar hieß es dann: Die Eröffnung findet erst 2018 statt. Grund für Verspätungen sind zahlreiche schwerwiegende Fehler bei der Planung und beim Bau des Hauptstadtflughafens.

Die Eröffnung des Airports war im Januar zum fünften Mal seit Baubeginn verschoben worden. Nach einem Gutachten wackelt auch das neue Ziel 2018. Der Verkehrsstaatssekretär des Bundes, Aufsichtsrat Rainer Bomba (CDU), sagte: „Ich bleibe bei 2018. Ich kenne da draußen jede Schraube.“ Lütke Daldrup will auch alle Unterlagen für das Projekt nach Risiken durchsuchen, bevor er sich äußert. „Rückschläge wird es geben. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche“, sagte der Brandenburger Staatssekretär Rainer Bretschneider. Ihn wählte der Aufsichtsrat nach dem Rückzug des Berliner Regierenden Bürgermeisters Michael Müller (SPD) aus dem Kontrollgremium einstimmig zu seinem Vorsitzenden. „Wir sind damit voll handlungsfähig“, meinte Bretschneider nach mehreren Personalwechseln in den vergangenen Wochen.

Für Müller und seinen ebenfalls abgezogenen Senatoren gab es drei Nachrücker: den Projektmanager Norbert Preuß sowie die Berliner Staatssekretäre Gerry Woop und Margaretha Sudhoff. Ein Mandat sei noch nicht vergeben, weil der Kandidat bisher keine Freigabe von seinem Arbeitgeber habe, erklärte Bretschneider.

Trotz der neuen Verzögerungen geht bei dem Projekt bisher nicht das Geld aus, wie der Vorsitzende erläuterte. Demnach reicht der Finanzrahmen von 6,5 Milliarden Euro bis 2020. Dazu trage das gute laufende Geschäft mit den Bestandsflughäfen Tegel und Schönefeld bei. Diese hätten 2016 einen dreistelligen Millionengewinn eingespielt. Bei Baubeginn 2006 waren die Kosten für den drittgrößten deutschen Flughafen BER mit zwei Milliarden Euro angegeben worden.

Der bisherige Staatssekretär Lütke Daldrup unterzeichnete am Freitag seinen Vertrag und erhielt zugleich seine Entlassungsurkunde aus dem Staatsdienst. Er kündigte an, das Unternehmen „so transparent wie irgendmöglich“ zu führen. Sein Gehalt wollte er jedoch nicht nennen.

Dies erfolge nach den Regularien im Geschäftsbericht für 2017, der in gut einem Jahr veröffentlicht wird. Lütke Daldrups Vorgänger bezog ein Jahresgehalt von rund einer halben Million Euro. „Ich habe mich in die Pflicht nehmen lassen“, sagte der neue Geschäftsführer. Sein Gehalt sei angemessen, habe bei der Entscheidung aber keine Rolle gespielt. Weil das Unternehmen inzwischen mehr als 2000 Mitarbeiter hat, gibt es jetzt auch einen Arbeitsdirektor in der Geschäftsführung. Dazu berief der Aufsichtsrat den Düsseldorfer Rechtsanwalt Manfred Bobke-von Camen, der den Posten bis 2008 schon einmal innehatte.

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erstellt am 17.Mär.2017 | 19:33 Uhr

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