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Bankrottprozess : Anton Schlecker weist Anklagevorwürfe erstmals persönlich zurück

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Eine Pleite habe er sich in seiner Erfolgsgeschichte einfach nicht vorstellen können, sagt Anton Schlecker vor Gericht.

Stuttgart | Im Bankrottprozess gegen Anton Schlecker hat der ehemalige Drogeriemarktunternehmer erstmals persönlich die Vorwürfe der Anklage zurückgewiesen. „Ich erinnere mich nicht an Liquiditätsprobleme, die ich für nicht überwindbar gehalten hätte“, las Schlecker am Montag eine schriftlich verfasste Stellungnahme vor.

Es ist vor allem die soziale Schere  zwischen dem damaligen Milliardär und den vielen Frauen aus dem Niedriglohnbereich, die viele Kritiker gegen den einstigen Großunternehmer aufbringt. Oft wurde der Vorwurf laut, Schlecker habe einfache, ehrlich arbeitende Menschen für seine Pleite bezahlen lassen.

Vor Gericht aber sagte Anton Schlecker, er habe keine Entscheidung oder Verfügung getroffen, um Gläubiger zu benachteiligen. Er übernehme die unternehmerische Verantwortung. Allerdings betonte der 72-Jährige: „Für mich gab es kein unternehmerisches Scheitern. Ich war sehr erfolgsverwöhnt.“ Er sei bis zuletzt davon überzeugt gewesen, das Unternehmen fortführen zu können.

Fragen der Staatsanwaltschaft wollte Schlecker am Montag noch nicht beantworten. Die Anklage wirft ihm vor, vorsätzlich Bestandteile seines Vermögens, das den Gläubigern zugestanden hätte, vor der Insolvenz im Jahr 2012 beiseite geschafft zu haben. Außerdem soll der 72-Jährige den Zustand des Unternehmens im Konzernabschluss falsch dargestellt und vor dem Insolvenzgericht unrichtige Angaben gemacht haben. Mit auf der Anklagebank sitzen seine Frau Christa und seine beiden Kinder.

Die Bilder der „Schlecker-Frauen“ gingen durch die Medien. Hier protestieren Mitarbeiterinnen der Drogeriemarktkette am 3. April 2012 mit Transparenten und Fahnen vor der niedersächsischen Staatskanzlei in Hannover.

Die Bilder der „Schlecker-Frauen“ gingen durch die Medien. Hier protestieren Mitarbeiterinnen der Drogeriemarktkette am 3. April 2012 mit Transparenten und Fahnen vor der niedersächsischen Staatskanzlei in Hannover.

Foto: dpa

Europas ehemals größte Drogeriekette Schlecker hatte im Januar 2012 Insolvenz angemeldet. Mehr als 25.000 Menschen in Deutschland und genau so viele im Ausland verloren ihren Arbeitsplatz.

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erstellt am 13.Mär.2017 | 11:49 Uhr

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