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Deutschland & Welt

11. Dezember 2016 | 03:24 Uhr

Präsentation der Deutschen Bahn : Was der neue ICE 4 bietet - und was wir uns wünschen

vom

Am Mittwoch präsentiert die Deutsche Bahn den neuen ICE 4 – mit zahlreichen Versprechen. Für die Zukunft schweben shz.de noch einige Verbesserungen vor.

Mit neuer Antriebstechnik, weniger Energieverbrauch und einer besseren Klimaanlage will die Bahn eine „neue Ära im ICE-Verkehr“ beginnen. Der neue ICE 4 werde „das Rückgrat des künftigen Fernverkehrs“, sagte Bahnchef Rüdiger Grube im vergangenen Dezember bei der Zugtaufe in Berlin.

Am Mittwoch stellt die Deutsche Bahn den neuen Fernverkehrszug ICE 4 offiziell vor. In diesem Herbst sollen die ersten dieser Züge auf der Strecke Hamburg–München ihren 14-monatigen Probebetrieb aufnehmen, davon zwölf Monate mit Fahrgästen an Bord.

Damit nehmen Bahn und Hersteller Siemens ungewöhnlich lange Anlauf, bis die Züge voll in den Fahrplan integriert werden. Die Züge sollen 14 Monate unter realistischen Bedingungen getestet werden – um potenzielle Mängel und drohendes Chaos im Keim zu ersticken. Züge, die bei Schnee und Hitze ausfallen und liegen bleiben, deren Klimaanlagen, Toiletten oder Kaffeemaschinen streiken, sollen damit der Vergangenheit angehören.

Um der negativen Entwicklung mit verärgerten Kunden und schwachen Geschäftszahlen entgegenzusteuern, verspricht der neue ICE gegenüber seinen Vorgängern auch einige Verbesserungen. Neben einer leistungsfähigeren Klimaanlage, breiteren Türen und Displays mit mehr Informationen zur Reise können Bahnfahrer ab Dezember 2017 – wenn der ICE seinen Regelbetrieb aufnimmt – erstmals auch Fahrräder mitnehmen.

Auch wenn diese Neuerungen die Bahnkunden erfreuen dürfte – shz.de schweben für die Zukunft noch zahlreiche Verbesserungen vor, die wir gerne schon beim neuesten Gesicht der ICE-Flotte gesehen hätten:

Kostenloses WLAN in allen ICE

Bald sollen alle ICEs einen WLAN-Zugang haben.
Bald sollen alle ICEs einen WLAN-Zugang haben. Foto: Rolf Haid

Seit Jahren verspricht die Bahn kostenloses WLAN für alle. Dieser lang ersehnte Wunsch könnte sich nun endlich erfüllen. Bahnreisende sollen spätestens Ende 2016 in allen ICE-Zügen auch in der zweiten Klasse einen kostenfreien WLAN-Zugang erhalten. „Bis Ende des Jahres werden alle ICE umgerüstet“, versicherte Konzernchef Rüdiger Grube.

Zu Jahresbeginn hatte die Bahn noch Zweifel geäußert, ob der Ausbau des drahtlosen Internetzugangs in allen Zügen bis Jahresende gelingt.

EC-Kartenzahlung im Zug

Die EC-Karte ist seit 2004 als Zahlungsmittel in Zügen nicht mehr erlaubt.
Die EC-Karte ist seit 2004 als Zahlungsmittel in Zügen nicht mehr erlaubt. Foto: Oliver Berg

2004 hatte die Deutsche Bahn die EC-Kartenzahlung an Bord eingestampft, weil durch EC-Kartenmissbrauch Schäden in Millionenhöhe entstanden seien. Während die EC-Karte im Reisezentrum und an stationären Automaten nach wie vor akzeptiert wird, entfällt diese Option beim Fahrkartenkauf während der Zugfahrt noch immer – zum Leidwesen vieler Reisender.

Flexible Sitzreihen

 

Entgegen der Fahrtrichtung zu fahren macht vielen Bahnreisenden schwer zu schaffen. Nicht selten ist Übelkeit die Folge. Viele Kunden, die einen Sitzplatz reservieren wollen, möchten daher „in Fahrtrichtung“ buchen.

Dabei gibt es längst Lösungen, um allen Reisenden diesen Komfort bieten zu können: Die Sitze der Shinkansen-Hochgeschwindigkeitszüge in Japan können um 180 Grad gedreht werden. So können Bahnkunden immer in Fahrtrichtung reisen oder mit Ihren Reisekameraden eine Vierergruppe bilden. Eine Erfindung, die auch dem ICE gut zu Gesicht stünde.

Einfacheres und transparentes Tarifsystem

Die Deutschen wünschen sich ein transparentes Tarifsystem.
Die Deutschen wünschen sich ein transparentes Tarifsystem. Foto: Armin Weigel

Bei einer Umfrage für den Verkehrsclub Deutschland (VCD) gaben nur knapp 12 Prozent der Teilnehmer an, das Tarifsystem der Deutschen Bahn sei verständlich. Die Reisenden wünschen sich ein einfaches und durchschaubares Tarifsystem, bei dem Preise nachvollziehbar und nicht willkürlich seien. Es sollte günstige Festpreise statt vieler Sonderangebote sowie eine kilometerabhängige Preisgestaltung geben.

Diese Ergebnisse seien für die Bahn nicht überraschend, so ein Bahnsprecher. „Bei täglich 350.000 Reisenden im Fernverkehr sind die Bedürfnisse hinsichtlich der Preisgestaltung höchst unterschiedlich“, sagte er.

Kabellose Auflademöglichkeit statt Getränkemulde

<p>Aufladen durch Induktion: Eine Möglichkeit für die Zukunft. </p>

Aufladen durch Induktion: Eine Möglichkeit für die Zukunft.

Foto: Gerhardt Kellermann

Kaum ein Verkehrsmittel wird so viel als mobiles Büro genutzt wie die Deutsche Bahn. So gut wie jeder kennt Szenen aus dem Zug, in denen Businessreisende mit Studenten um den einzigen Steckerplatz zwischen den Sitzen rangeln.

Dabei liegt die Lösung für leere Akkus so nahe: Die ausgediente Getränkedosenmulde könnte durch eine kabellose Ladestation für Smartphones und Tablets ersetzt werden. Der Münchner Industriesdesigner und Fotograf Gerhardt Kellermann hatte diese Idee entwickelt, bei der lediglich die Klapptische der ICE-Flotte erneuert werden müssten. Er hatte auch Kontakt zur Bahn, sagt er shz.de. Die Deutsche Bahn verwarf die Pläne jedoch wegen mangelnder Ressourcen frühzeitig.

(Mit dpa)

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erstellt am 13.Sep.2016 | 19:01 Uhr

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