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Deutschland & Welt

08. Dezember 2016 | 19:18 Uhr

Empörung in Soulbury : Warum ein Fels nach 11.000 Jahren ein Streifenkleid bekommt

vom

Ein Fels liegt auf der Straße - das geht natürlich nicht. Im englischen Soulbury ticken die Uhren diesbezüglich aber etwas anders.

In England gibt es einen Stein des Entsetzens. 11.000 Jahre liegt der kleine Fels nun auf dem Chapel Hill im kleinen Soulbury, nordwestlich von London. Oliver Cromwell soll den Brocken während eines Angriffs bei der englischen Revolution sogar als Podium genutzt haben. Die Straßen kamen, eine Straßenlaterne gesellte sich jahrzehntelang zu ihm, aber der „Soulbury Boot“ blieb. Irgendwie störend, das Relikt der Eiszeit, aber ganz schön originell.

Der Stein gehört dort hin, seitdem die Bürger einer Legende nach dem Teufel einen Fuß abhackten. Seinen Status wollte dem Dorfältesten auch niemand jemals streitig machen. Im März kam er dann, der eine Autofahrer, der nicht aufpasste. Nach Millenien der Ruhe zerknautschte sich ein SUV beim Aufprall auf den asphaltgrauen Stein, der sich noch nicht mal rührte. Der Landkreis reagierte prompt: Der Stein bildet eine Verkehrsbehinderung und er muss weg. Doch das war mit der Gemeinde nicht zu machen, jedenfalls nicht unter dem Säbelrasseln der 100 Bürger, die drohten, sich im Falle des Abtransports an ihrem Heiligtum festzuketten.

So kam es dann zu einer Art Kompromiss. Dieser beinhaltete, dass der Landkreis die Farbpistole zückte. Nicht etwa der Stein wurde angesprüht, das hätten die Anwohner wohl kaum mitgemacht, sondern das Drumherum. Für 600 Euro wurde aus dem Brocken mit weißen Halbmonden eine Verkehrsinsel gemacht.  „Furchtbar“ und „entsetzlich“, das sind nun die hauptsächlichen Reaktionen in den sozialen Medien in ganz England, nachdem die Bilder sich verbreiteten.

Als Touristen-Attraktion mit dezentem Charme geht er nun allerdings kaum mehr durch, der „Soulbury Boot“. Vielmehr wirkt es, als hätte jemand ihn nachträglich dort hingelegt. Mit neuen Legenden wird es schwer.

Ehedem war war der Klumpen ein beliebtes Postkartenmotiv.

Aber es gab auch positive Reaktionen auf die Einnetzung.

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erstellt am 18.Apr.2016 | 16:12 Uhr

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