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Deutschland & Welt

05. Dezember 2016 | 09:33 Uhr

SEK-Einsatz in Hessen : Viernheim: Polizei erschießt bewaffneten Geiselnehmer in Kino

vom

Innenminister Peter Beuth bestätigt den Tod des mutmaßlichen Geiselnehmers. Alle Geiseln wurden unverletzt befreit.

Viernheim | Bei einer Geiselnahme in einem Kino im südhessischen Viernheim hat die Polizei den Täter erschossen. Die befreiten Geiseln und andere Menschen wurden am Donnerstagnachmittag in dem Komplex neben einem großen Einkaufszentrum nicht verletzt, wie eine Polizeisprecherin sagte. In mehreren Medienberichten war zuvor von Verletzten die Rede gewesen.

Nach Angaben eines Sprechers der Polizei Darmstadt gibt es bislang keine Hinweise auf einen islamistischen Hintergrund. Bei dem Mann soll es sich um einen verwirrten Einzeltäter gehandelt haben, wie es aus Sicherheitskreisen hieß. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in Berlin gibt es weder Hinweise auf einen islamistisch-terroristischen Hintergrund noch auf Mittäter.

Einsatzkräfte vor dem Kino.
Einsatzkräfte vor dem Kino. Foto: dpa

Noch nicht bekannt war, wie viele Geiseln der maskierte Täter genommen hatte. „Ich gehe aufgrund der Witterung davon aus, dass das Kino spärlich besetzt war“, sagte der Polizeisprecher. Seines Wissens nach habe der Geiselnehmer vier Schüsse abgegeben, bevor er von der Polizei getötet wurde. Wo genau sich dies in dem Kino abspielte, war nicht bekannt. Das Kino ist rund zehn Kilometer von Mannheim entfernt nahe des Rhein-Neckar-Centers - es liegt am Autobahnkreuz Viernheim.

Die Sprecherin sagte, die Polizei habe den Mann im Kinokomplex lokalisieren können, dann sei es zu „einer Bedrohungssituation“ gekommen. Daraufhin seien von der Polizei Schüsse abgegeben worden.

Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) sagte im Landtag in Wiesbaden, gegen 14.45 Uhr sei ein erster Notruf eingegangen. Gemäß der Erstmeldung habe der Täter eine Langwaffe - also ein Gewehr - bei sich gehabt. Ob es sich um eine scharfe Waffe handelte, sei unklar, sagte Beuth. Der Täter habe einen verwirrten Eindruck gemacht.

<p>Einsatzkräfte der Polizei stehen in Vierheim vor einem Parkhaus neben dem Kino, in dem sich der bewaffnete Mann verschanzt hatte.</p>

Einsatzkräfte der Polizei stehen in Vierheim vor einem Parkhaus neben dem Kino, in dem sich der bewaffnete Mann verschanzt hatte.

Foto: dpa
 

Einsatzkräfte sperrten das Kino weiträumig ab. Hubschrauber kreisten über dem Gelände, schwerbewaffnete Polizisten waren vor Ort. Ein Spezialeinsatzkommando war per Hubschrauber von Frankfurt nach Viernheim geflogen. Gegen 18 Uhr teilte die Polizei dann mit, die Bedrohungslage in dem Kinocenter sei beendet.

Zunächst konnte der Täter nach Angaben der Polizei nicht identifiziert werden. Die Staatsanwaltschaft Darmstadt und das Hessische Landeskriminalamt nahmen die Ermittlungen auf.

Gewalttaten in einem Kino sind bisher vor allem aus den USA bekannt. Ein Überblick:

August 2015 Ein mit einer Softair-Pistole, einer Axt und Pfefferspray bewaffneter Mann wird in einem Kino nahe Nashville im US-Bundesstaat Tennessee von Polizisten getötet. Er hatte mit der täuschend echt aussehenden Nachbildung einer Pistole auf Einsatzkräfte geschossen und das Pfefferspray versprüht. In einem Rucksack hatte er zudem eine Bomben-Attrappe bei sich.
Juli 2015 Während einer Filmvorführung in Lafayette (Louisiana) erschießt ein psychisch gestörter Mann zwei Frauen und verletzt neun weitere Menschen. Der Täter tötet sich kurze Zeit später selbst.
Juli 2012 Während der Mitternachts-Preview eines „Batman“-Films tötet ein 24-Jähriger in einem Kino in Aurora (Colorado) zwölf Menschen und verletzt 70 zum Teil schwer. Er war zunächst unbewaffnet in das Kino gekommen, dann während des Films herausgeschlichen und mit militärischer Ausrüstung wie Helm und Schutzkleidung zurückgekommen, um in die Menge zu schießen.
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erstellt am 23.Jun.2016 | 17:56 Uhr

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