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Theater

05. Dezember 2016 | 03:29 Uhr

Musik : Opernfans warfen früher mit Gedichten und Orangen

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Opernsänger sind im 19. Jahrhundert oft mit Gedichten, Lorbeerkränzen oder Orangen für gute Leistungen bedacht worden.

Solche Dinge seien damals auf die Bühne geworfen worden, erklärt Musikwissenschaftler Anno Mungen von der Universität Bayreuth. Früher habe es eine größere Palette an Publikumsreaktionen gegeben als man das heute kenne.

Sängerinnen seien zum Beispiel auch mit Namen gerufen worden. «Aber es wurde natürlich auch gebuht, gezischt oder es wurden Skandale angezettelt, wenn einem etwas nicht passte, damit die Vorführung unterbrochen wird», sagt Mungen. Auch Buhrufe waren neben dem heute typischen Applaus schon bekannt.

Kritiker erwähnten diese Reaktionen damals prominent in ihren Berichten. Die Zeitungen hätten damals weniger von der Inszenierung berichtet, sondern von den Sängern und den Reaktionen, erklärt Mungen. Für die Theater sei das sehr wichtig gewesen - sie hätten ihren Spielplan entsprechend kurzfristig angepasst. Heute wird das mit großem Vorlauf arrangiert.

Weil die Publikumsreaktionen damals noch wichtiger waren als heute, kam es wohl auch zu Schummeleien: Claqueure wurden im 19. Jahrhundert vom Theater dafür bezahlt, dass sie sich unters Publikum mischten und die Aufführung bejubelten. «Es gab solche Praktiken», sagt Mungen. Wie verbreitet das gewesen sei, sei aber unklar. Das sei schwierig herauszufinden.

Prof. Anno Mungen von der Universität Bayreuth

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erstellt am 09.Mai.2016 | 08:40 Uhr

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