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Theater

09. Dezember 2016 | 01:09 Uhr

Musik : Experimentierfreudig: Dogma Chamber Orchestra

vom

Das experimentierfreudige Dogma Chamber Orchestra, Preisträger des Echo Klassik 2012 und 2014, hat mit Kompositionen von Benjamin Britten, Lennox Berkeley, Gavin Bryars und einer Ersteinspielung Michael Nymans Musik des 20. und 21. Jahrhunderts auf dem Album «BRITISH. NOW» versammelt.

Das Dogma-Orchester versteht sich als ein Ensemble von Solisten, die im Stehen und ohne Dirigenten spielen. Das Ziel der engagierten Künstler ist, die Impulse der Einzelnen im Konzert zu einer dichten Homogenität zu verschmelzen, wobei jeder auf den anderen hören muss

Mikhail Gurewitsch, der Konzertmeister und musikalische Leiter - denn den gibt es noch - versammelte 2004 junge und erfahrene Musiker gleicher Ansicht um sich. Der Name wurde in Anlehnung an das Dogma-95-Manifest gewählt, das sich gegen dramaturgische Vorhersehbarkeit und obsessive Verwendung von Technik und Effekten richtet.

So wird bei der Programm-Gestaltung Wert auf Vielseitigkeit und Variabilität gelegt; es gibt keine Festlegung auf eine bestimmte Epoche oder Stilrichtung der Musik, was die große Bandbreite des Repertoires erklärt: Vom Barock bis zur Gegenwart, aber auch Jazz- und Eigenkompositionen. Mit seinem Anspruch erspielte sich das Kammermusikensemble eine weltweit wachsende Fangemeinde.

Bei der aktuellen Auswahl auf «DO.GMA#4 - BRITISH. NOW!» mit einem sehr populären Stück und zwei interessanten, aber auch weniger bekannten Werken, sowie einer Ersteinspielung bleibt das Dogma Chamber Orchestra bei seiner Linie. Romantik und Minimalismus, traditionsbewusst und modern, dabei unterschwelliger Humor, das sind Komponenten dieses besonderen Albums.

Benjamin Brittens «Simple Symphony», ein Werk für junge Menschen und ursprünglich für ein Schulorchester gedacht, fand schnell breite Anerkennung und avancierte zu einem der beliebtesten Werke bei Kammerorchestern. Alle Sätze erhielten für sich selbst sprechende Namen, die auf deutsch etwas so heißen würden: «Ungestüme Bourrée», «Spielerisches Pizzicato», «Sentimentale Sarabande» und «Ausgelassenes Finale».

In die Werke des mit Britten befreundeten zehn Jahre älteren Lennox Berkeley, der 1928 zum katholischen Glauben konvertierte, fanden immer wieder religiöse Themen Eingang, wie beim «Antiphon for String Orchestra». Das Schaffen Gavin Bryars wiederum umfasst fast alle Musikgattungen. «In Nomine» des 73-Jährigen basiert auf einer Choralmelodie und der Titel knüpft an eine im 16. und 17. Jahrhundert beliebte Gattung an.

Der 1944 geborene Michael Nyman ist einer der erfolgreichsten Vertreter des Minimalismus. Seinen größten kommerziellen Erfolg feierte er mit dem Soundtrack zum Film «Das Piano» mit Holly Hunter und Harvey Keitel. Speziell für das Dogma Chamber Orchestra komponierte er «When Ingrid Met Capa», dessen Ersteinspielung hier zu hören ist. Bei «BRITISH. NOW!» ist zu hören, wofür diese eingespielte Gruppe steht: «Wir lieben Musik.»

Dogma Chamber Orchestra

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erstellt am 30.Apr.2016 | 14:28 Uhr

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