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Theater

05. Dezember 2016 | 17:40 Uhr

Theater : Brechts Dauerbrenner: 75 Jahre «Mutter Courage»

vom

Katharina Thalbach, Cornelia Froboess, Gisela May, Carmen-Maja Antoni und Angela Winkler - sie alle waren die «Mutter Courage».

Vor 75 Jahren wurde Bertolt Brechts Anti-Kriegsstück mit Therese Giehse in der Titelrolle in Zürich uraufgeführt. Erst nach Ende des Zweiten Weltkriegs feierte «Mutter Courage und ihre Kinder» im Jahr 1949 dann Premiere in Deutschland - mit der als Ur-Mutter geltenden Helene Weigel am Berliner Ensemble, das sie mit ihrem Ehemann Brecht zu Weltruhm führte.

Bis heute ist Brechts «Mutter Courage und ihre Kinder» auf den Bühnen ein Dauerbrenner. Seit der Uraufführung am 19. April 1941 gab es nach Zahlen des Brecht-Archivs und des Suhrkamp Theater Verlags rund 300 Premieren im deutschsprachigen Raum. Seit der Wende steht das Werk nach Angaben des Deutschen Bühnenvereins in jeder Spielzeit bei mindestens vier deutschen Theatern auf dem Spielplan. In der aktuellen Saison 2015/16 feierte das Antikriegs-Stück am Hessischen Staatstheater in Wiesbaden, am Theater Pforzheim, an der Neuen Bühne Senftenberg und am Staatstheater Braunschweig Premiere.

Am Wiener Burgtheater tritt Maria Happel als Brechts Marketenderin auf. Auch außerhalb des deutschsprachigen Raums ist die «Courage» gefragt. In dieser Spielzeit steht das Stück zum Beispiel bei Theatern in Nowosibirsk und Mexiko-Stadt auf dem Programm. Im Herbst zeigen Theater in Thessaloniki und Warschau die «Mutter Courage», wie der Suhrkamp Theater Verlag mitteilte.

Als Antikriegs-Stück sei die «Courage» heute aktueller denn je, sagt Erdmut Wizisla vom Brecht-Archiv. «Eine Chronik aus dem Dreißigjährigen Krieg» - so lautet der Untertitel von Brechts Werk, zu dem Paul Dessau die Musik komponierte. Titelheldin ist Anna Fierling, genannt «Mutter Courage». Als Marketenderin - fahrende Händlerin - zieht sie mit ihrem Planwagen und ihren drei Kindern von Kriegsschauplatz zu Kriegsschauplatz. Immer in der Hoffnung, mit den Soldaten gute Geschäfte zu machen und ihren eigenen Profit aus dem Krieg, dem Geschäft mit dem Tod, zu schlagen. Dabei verliert sie ihre drei Kinder.

«'Mutter Courage' ist kein Stück über Rockefeller, der am Krieg verdienen will und auch verdient, sondern über den kleinen Händler, der verdienen will und nicht verdient», merkte Brecht zu seinem im Exil geschriebenen Stück an. Brecht formulierte als eines der wichtigsten Postulate für die Arbeit seines Theaters, «die Gesellschaft als veränderbar darzustellen.»

Mehr als 400 Mal zog Helene Weigel (1900-1971) in ihrer Paraderolle als «Courage» ihren Planwagen über Bühnen im In- und Ausland. Das legendäre Theaterrequisit ist heute im Bootsschuppen auf dem Grundstück des Brecht-Weigel-Hauses im brandenburgischen Buckow ausgestellt.

Brecht-Weigel-Haus Buckow

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erstellt am 18.Apr.2016 | 23:59 Uhr

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