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Deutschland & Welt

03. Dezember 2016 | 18:41 Uhr

ARD-Sonntagskrimi : „Tatort“: Baller-Oper à la John Woo

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Wiener Kommissare bekommen es heute Abend in „Die Kunst des Krieges“ mit dem organisierten Verbrechen zu tun.

Hach, Gott, ja – nach gut drei Jahren darf Wiens Superbulle Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) ruhig mal wieder sterben. Wir erinnern uns? Im „Tatort – Unvergessen“ 2013 hatte Moritz schon nach einer Minute eine Kugel im Kopf.

Heute Abend dauert es etwas länger, bis er, erneut tödlich getroffen, auf die Bretter geht. Diesmal in einer Wiener Kneipe voll sinistrer Gestalten. Allen voran Andy Mittermeier (Michael Fuith), ein brutaler Zuhälter, der den Laden vom gerade abgemurksten tschetschenischen Besitzer übernommen hatte.

Genau hierher hatte der grausame Mord an einem Türken Moritz und Kollegin Bibi Fellner (Adele Neuhauser) geführt. Denn so, wie der Kerl zugerichtet war – herausgeschnittene Zunge, abgehackte Hände – deutet alles auf den Racheakt der Russen-Mafia hin.

Vorzugsweise auf einen tschetschenischen Menschenhändlerring, wie die zuständige Beamtin für Asyl- und Flüchtlingskriminalität weiß (Kristina Sprenger). Doch wie es aussieht, gelang es den Tschetschenen gar nicht, die Rotlicht-Geschäfte des Türken zu übernehmen. Denn Mittermeier kommt allen Konkurrenten zuvor und killt, was sich ihm in den Weg stellt. Zur Not auch – einen Sonderbeamten des BKA.

Ganz schön harter Tobak, den uns Autor und Regisseur Thomas Roth da kredenzt. Denn wieder einmal treibt er damit den Ösi-„Tatort“ in einen Existenzialismus, der uns Zuschauer nur erschüttern kann. Alles oder nichts! Leben oder Tod! Angesichts des offensichtlichen Ausmaßes des organisierten Verbrechens in Wien scheinen Moritz und Bibi kaum billiger davon kommen zu können.

Und so muss uns auch das Finale nicht wundern. Eine Baller-Oper à la John Woo auf dem Dach eines Hotels. Moritz gegen Andy, Knarre gegen Knarre. Da darf – der scharfen Optik wegen – natürlich auch eine scharfe Martial-Arts-Killerin nicht fehlen (Puti Pandeka Kaisar).

Tja, man kann es drehen, wie man will – Krassnitzer- und Neuhauser-Fans kommen auf jeden Fall wieder auf ihre Kosten. Aber was lernen wir aus dem ganzen Gemetzel?

„Tatort – Die Kunst des Krieges“, 20.15 Uhr, ARD.

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erstellt am 04.Sep.2016 | 09:27 Uhr

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