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Deutschland & Welt

08. Dezember 2016 | 10:57 Uhr

Nordischer Rat : Skandinavier erwägen Schulpflicht bis ins Rentenalter

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Die Rente mit 70 wird bedingt durch die demografische Entwicklung allmählich Realität. Doch welche Jobs sollen Menschen mit über 60 bekleiden? Der Norden wagt sich vor.

„Hefte raus, die Damen, Klassenarbeit!“ 87 gewählte Mitglieder des „Nordischen Rats“ reden derzeit offen über dieses Szenario: Schulpflicht für Senioren. Die oft zitierte Formel „lebenslanges Lernen“ soll in der Vision der Mitgliedsländer Dänemark, Schweden, Finnland, Island, Norwegen, die Färöer Inseln und der autonomen finnischen Region Åland damit ihren politischen Floskel-Ketten entkommen. Das berichtet das Wirtschafts-Portal „Quartz“.

Vorsprung durch Wissen? Ältere Skandinavier sollen zurück auf den Bildungsweg, damit sie mit den ich rasant ändernden, technischen und ökonomischen Lebensgepflogenheiten schritthalten können. Adressiert werden hierbei primär Menschen mit geringem Bildungsnivau.


Wörtlich „obligatorisch“ für Arbeitgeber und Arbeitnehmer soll er sein, der futureske Kompetenzerwerb in älter werdenden Gesellschaften. Man müsse durch kontinuierliche Weiterbildung dafür sorgen, am globalen Markt bestehen zu können, so die Begründung für den Vorstoß, der hier in Gänze gelesen werden kann.

Im Alter von 60 bis 65 habe man bei zukünftigen Renteneintrittsaltern noch locker zehn Jahre Arbeitsleben vor sich - darauf müsse man mit neuartigen Bildungsansätzen reagieren, schreibt der Autor Poul Nielsson. Diese Neujustierung könne vor allem auch der Geschlechtergleichstellung dienlich sein. Strukturell werde dafür gesorgt, dass Frauen, die biologisch bedingt häufiger Karriere- und Bildungsverzögerungen hinnehmen müssten, bessere Chancen hätten. Im November wollen sich die Minister des Rates bezüglich des Vorschlag einschalten.

In Skandinavien gehört die Idee der institutionellen Weiterentwicklung für Erwachsene ohnehin in viele Lebensentwürfe. Diese gewachsene Kultur bezieht ich allerdings primär auf Menschen mit ohnehin höherem Bildungsniveau. Die Volkshochschule wurde in Dänemark erfunden, sie unterscheidet sich aber deutlich vom deutschen Modell und entspricht eher dem, was hierzulande unter „Heimvolkshochschule“ bekannt war. Beim skandinavischen Pendant „folkehøgskole“, „fólkaháskúli bzw. „kansanopisto“ handelt es sich um Internatsschulen mit zwei- bis zwölfmonatigen Kursangeboten, die bei der Umsetzung der neuen Bildungsverordnung sicher die Schlüsselrolle spielen werden.

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erstellt am 11.Jul.2016 | 17:35 Uhr

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