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Welt-Parkinson-Tag 2017 : Prominente Patienten mit der Diagnose Parkinson

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Parkinson macht vor Päpsten, Diktatoren, Boxern und Show-Giganten nicht halt. Eine lange Liste der betroffenen Prominenten.

Der 11. April markiert den Welt-Parkinson-Tag. Gedacht wird dabei an eine der häufigsten neurologischen Krankheiten, die 1817 erstmals durch den Namensgeber James Parkinson beschrieben wurde. Mehr als 300.000 Patienten leiden in Deutschland an der langsam fortschreitendenden Schüttellähmung und Muskelstarre bei klarem Geiste. Gegen die Krankheit ist es der Medizin in 200 Jahren nicht gelungen, eine Heilung zu finden. Auffällig ist auch die hohe Zahl prominenter Personen mit der Diagnose der neurologischen Erkrankung, die meist zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr einsetzt, manchmal aber auch früher.

Wilhelm Freiherr von Humboldt

Foto: wiki/gemeinfrei

Lange bevor die Krankheit ihren jetzigen Namen hatte, beschrieb der preußische Gelehrte, Neuhumanist und Reformer in Briefen die Symptome, die ihm am eigenen Körper widerfuhren. Am 8. April 1835 starb er in Tegel.

 

Hans-Jochen Vogel

Der frühere SPD-Chef Hans-Jochen Vogel.
  Foto: Tobias Hase/dpa

Der frühere Bundesjustizminister sowie Parteivorsitzende, Fraktionsvorsitzende und Kanzlerkandidat (1983) der SPD, gab Ende 2014 bekannt, dass er an Parkinson leidet. Schon 2006 waren Vogel und Ehefrau in einen Wohnstift der Augustinum-Gruppe in München gezogen.

 

Papst Johannes Paul II

 
  Foto: dpa

In seinen letzten Lebensjahren war Johannes Paul II. stark gezeichnet durch Morbus Parkinson mit Lähmungserscheinungen, Speichelausfluss und Schwierigkeiten beim Sprechen. Einen Rücktritt lehnte der Leidende jedoch ab, Gottes Hände sollten das Ende seiner Zeit als Pontifex Maximus bestimmen. Wenige Tage nachdem er letztmals (stumm) den Segen Urbi et orbi geleistet hatte, starb er am 2. April 2005 in der Vatikanstadt.

 

Michael J. Fox

 
  Foto: dpa

Der heute 56 Jahre alte Hollywood-Star („Zurück in die Zukunft“) war gerade 29, als er erkrankte. Er gründete eine Stiftung und sammelte Hunderte Millionen Dollar für den Kampf gegen Parkinson.

 

Udo Lattek

Foto: dpa


Der erfolgreichste Trainer in der Geschichte der Fußball-Bundesliga litt ebenfalls an Parkinson. Nach der Diagnose räumte er den Sessel als Fernsehexperte und betätigte sich als Kolumnist. Am 31. Januar 2015 starb er im Alter von 80 Jahren.

 

Ottfried Fischer

Ottfried Fischer zog die Besucher in der Trittauer Wassermühle in seinen Bann.
  Foto: jbs

Der 60 Jahre alte Kabarettist und Schauspieler („Der Bulle von Tölz“) hat seine Erkrankung vor neun Jahren öffentlich gemacht. Er nimmt sein fortschreitendes Handicap mit Humor. Im TV ist er inzwischen nur noch selten zu sehen.

 

Kurt Masur

 
  Foto: Stefan Sauer

Der Star-Dirigent gab 2012 bekannt, dass er seit Jahren an der Krankheit leidet. Dennoch dirigierte der Maestro bis zu seinem Tod noch viele Konzerte. Masur starb am 19. Dezember 2015 im Alter von 88 Jahren und wurde im Januar auf dem Leipziger Südfriedhof beigesetzt.

 

Raimund Harmstorf

In der Jack-London-Verfilmung „Der Seewolf“ zerdrückte der Schleswig-Holsteiner in einer unvergesslichen Szene eine rohe Kartoffel. Mit der Diagnose Parkinson wurde der große Abenteurer-Mime nicht fertig. 1998 beging er im Alter von 57 Jahren Selbstmord. In Bad Oldesloe – wo er aufgewachsen war – wurde er beigesetzt.

 

Salvador Dalí

  Foto: Horst Ossinger/dpa

Ab 1981 litt der Hauptvertreter des Surrealismus (Foto: 1968) an der Parkinson-Krankheit. Nach seinem Tod 1989 wurde sein Körper einbalsamiert.

 

Linda Ronstadt

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Im August 2013 gab die US-Country-Legende bekannt, dass sie nicht mehr singen könne. Seit einigen Jahren leide sie an der Parkinson-Krankheit.

 

Maurice White

 
  Foto: Peter Cunningham


Maurice White, der Gründer von Earth, Wind & Fire starb 2016 mit 74 Jahren. Im Jahr 2000 hatte der Schlagzeuger, Sänger und Songwriter öffentlich bekanntgegeben, dass er seit Langem an der Parkinson-Krankheit leidet.

 

Muhammad Ali

 
  Foto: Larry W. Smith

Die Box-Legende starb 2016 im Alter von 74 Jahren nach einem langen Kampf gegen Parkinson. Die Erkrankung wurde schon 1984 bei ihm diagnostiziert. weiter öffentlich aufzutreten.

Ali litt allerdings nicht an der auffallend häufig bei Boxern auftretenden Chronisch-traumatischen Enzephalopathie (CTE), dem sogenannten Boxer-Syndrom. Diese neurologische Erkrankung wird durch Kopfverletzungen verursacht. Bekannte Opfer im Boxen, die vermutlich an CTE erkrankt waren, sind Jack Dempsey, Joe Louis, Beau Jack und Bobby Chacon. Auch beim American Football gab es mehrere prominente Erkrankte. CTE kann erst post mortem diagnostiziert werden und tritt auch bei Alkoholikern auf.

 

Claus von Amsberg

 
 


Der in Hitzacker an der Elbe geborene Prinzgemahl der niederländischen Königin Beatrix litt offiziell seit 1991 unter Parkinson – die Krankheit begleitete ihn bis zu seinem Tod im Jahre 2002.

 

Adolf Hitler

Adolf Hitlers Schrift „Mein Kampf“ mit einem Portrait Hitlers auf dem Titel.

 

Foto: Matthias Balk, dpa

Auch bei Adolf Hitler wird angenommen, dass er ab circa 1937 unter Schüttelähmung litt. Ab 1944 hatte der Diktator so gut wie keine öffentlichen Auftritte mehr – und wenn überhaupt, dann ausschließlich im Rundfunk.

 

Deng Xiaoping, Theodor Roosevelt, Mao Tse-tung und Leonid Iljitsch Breschnew

Politiker und allgemeine Führungspersonen scheinen häufig betroffen zu sein. Auch von Deng Xiaoping, Theodor Roosevelt, Mao Tse-tung und Leonid Iljitsch Breschnew nimmt man heute an, sie hätten unter Parkinson gelitten. Der frühere Stuttgarter Oberbürgermeister Manfred Rommel starb 2013 mit derselben Krankheit, der frühere österreichische Außenminister Alois Mock wird von seiner Frau gepflegt. Auch Bhumibol Adulyadej, der König von Thailand litt bis zu seinem Tod 2016 unter der Krankheit.

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erstellt am 11.Apr.2017 | 13:46 Uhr

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