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Deutschland & Welt

03. Dezember 2016 | 18:47 Uhr

ARD zeigt König und Bukow : „Polizeiruf 110“: Mafia-Tatort Rostock

vom
Aus der Onlineredaktion

Die Polizei feiert einen Ermittlungserfolg gegen eine Mafiabande. Doch der Rachefeldzug wird heftig. Großes Kino! Festhalten!

Rostock | Dass es beim Rostocker „Polizeiruf“ ebenso hart wie diffizil zur Sache geht, macht ja den Reiz dieser Reihe aus. Gern wird hier gekloppt und intrigiert, aber auch geneckt und geliebt. Und weder Sascha Bukow (Charly Hübner) noch seine Kripo-Kollegen sind dafür berühmt, mit Samthandschuhen zu hantieren. Hier geht’s immer geradeaus.

Da muss es heute Abend schon die „Ndràngheta“ sein, das mafiöse Krebsgeschwür aus Italien, das unser Team erneut von der Rolle bringt. Erst recht, wenn bei einem verdeckten Einsatz von Kripo und Zoll im Rostocker Hafen zwei ihrer Handlanger erschossen werden. Und allemal, wenn tags darauf der Einsatzleiter vom Zoll tot unter einer Autobahnbrücke liegt. Schwer genug für Bukow und BKA-Kollegin Katrin König (Anneke Kim Sarnau), der Mafia auf die Schliche zu kommen. Noch mehr Sorgen aber machen ihnen die Zöllner, von denen einige bei den Drogendeals offenbar mitmischen. Doch sie bekommen Hilfe von Zollinspektorin Jana Zander (Elisabeth Baulitz). Sie nimmt die Vorfälle nämlich persönlich, da der ermordete Einsatzleiter ihr Ziehvater war. Aber geht es ihr nur um Rache?

Erneut müssen wir Zuschauer nicht lange über Sinn und Hintersinn dieses Falls grübeln (Buch: Florian Oeller, Regie: Philipp Leinemann). Wir können uns einfach wieder mitreißen lassen von den Ereignissen, die naturgemäß von einer Katastrophe in die nächste führen. Und wie immer gilt dabei: Hier die Guten, da die Bösen – und zwischendrin jede Menge Zweifel, Lügen und verkrachte Beziehungen.

Absolut fesselnd, wie das Rostocker „110“-Team erneut den alltäglichen Kripo-Wahnsinn im Maßstab 1:1 spiegelt. Gefühlsecht, auch mit allen privaten Wehwehchen. Und mit Karacho durch eine immer glaubwürdige Geschichte. Das ist ja das Geniale an Bukow, König & Co. – sie sind arme Schweine im Staatsdienst. Und doch leben sie ihren Idealismus von Recht und Gerechtigkeit mit einer Inbrunst aus, die uns betroffen macht.

Heldentum statt Glück. Berufsehre statt Liebe. Großes Kino! Festhalten!

„Polizeiruf 110: Im Schatten“,  20.15 Uhr, ARD.

 
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erstellt am 16.Okt.2016 | 09:59 Uhr

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