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Politik

09. Dezember 2016 | 14:39 Uhr

Geteilte Mittelmeerinsel : Zyperngespräche in der Schweiz gehen ohne Ergebnis zu Ende

vom

Seit 1974 ist die Insel geteilt. „Leider gab es keine Einigung“, verkündete Regierungssprecher Christodoulides.

Mont Pèlerin | Schwarzer Tag für die Bemühungen zur Überwindung der Teilung Zyperns: Trotz mehrmonatiger Gespräche und nach zweitägigen intensiven Verhandlungen sind die Gespräche zwischen den Führern der griechischen und türkischen Zyprer, Nikos Anastasiades und Mustafa Akinci, ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Die Verhandlungen unter UN-Schirmherrschaft fanden in Mont Pèlerin am Genfer See statt. „Leider gab es keine Einigung“, twitterte der zyprische Regierungssprecher Nikos Christodoulides am frühen Montagmorgen.

Die drittgrößte Mittelmeerinsel Zypern ist seit 1960 eine eigenständige Republik. Seit 1974 ist die Insel nach einem griechischen Putsch und einer türkischen Militärintervention jedoch geteilt. Im Süden gibt es die international anerkannte Republik Zypern, im Norden die abtrünnige und nur von der Türkei anerkannte Türkische Republik Nordzypern (KKTC). Die Inselrepublik ist seit 2004 EU-Mitglied. Das EU-Recht gilt aber nur im griechisch-zyprischen Teil der Insel.

Die Vereinten Nationen bestätigten dies und erklärten, die beiden Gesprächspartner konnten sich nicht einigen. Die beiden Volksgruppenführer werden nach Zypern reisen und dort prüfen, wie es weiter gehen soll, hieß es in einer Erklärung des Sondergesandten des UN-Generalsekretärs, Espen Barth Eide, am frühen Dienstagmorgen.

Eine Grafik zeigt das geteilte Zypern.

Eine Grafik zeigt das geteilte Zypern.

Foto: dpa

Im Mittelpunkt stand in dieser Phase die heikle Frage der Grenzen zwischen den beiden Bundesstaaten, die eine künftige Bundesrepublik Zypern bilden sollen. Anastasiades und Akinci wollten zunächst festlegen, welche der seit 1974 von türkischen Truppen besetzten Gebiete (rund 34 Prozent plus etwa drei Prozent Pufferzone) im Falle einer umfassenden Lösung an die griechischen Zyprer zurückgegeben werden sollen.

Die griechischen Zyprer forderten bis zuletzt, dass die künftigen innerzyprischen Grenzen auf Karten genau definiert werden. Diese „hartnäckige Haltung“ sei der Grund für das Scheitern der Gespräche, hieß es aus türkisch-zyprischen Delegationskreisen.

Wie aus Verhandlungskreisen der griechischen Zyprer zu erfahren war, beschränkte sich die türkisch-zyprische Seite auf eine vage Auflistung der Prinzipien, die bei der Neudefinition der Grenzen gelten sollen. Karten legte Akinci nicht vor, hieß es weiter.

 

 

 

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erstellt am 21.Nov.2016 | 11:30 Uhr

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