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Politik

04. Dezember 2016 | 19:32 Uhr

Verkehrsüberwachung : Zu viel anderes zu tun: Polizei in SH blitzt weniger

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Wegen Staatsbesuchen und Flüchtlingen: Zehn Prozent weniger Geschwindigkeitskontrollen im Jahr 2015.

Weil die Polizei im Land zu viele andere Dinge zu tun hatte, haben die Beamten auf den Straßen in Schleswig-Holstein im vergangenen Jahr weniger Autofahrer geblitzt als im Jahr 2014. „Die Ergebnisse der Verkehrsüberwachung waren 2015 in fast allen Bereichen rückläufig“, sagt Jürgen Börner, Sprecher des Landespolizeiamtes in Kiel.

„Die besondere Einsatzbelastung der Landespolizei im vergangenen Jahr, insbesondere mit dem G7-Außenministertreffen in Lübeck, des Besuchs des Staatspräsidenten von Israel in Kiel und der Flüchtlingslage, haben die Kräfte der Verkehrsüberwachungsdienststellen besonders gebunden.“ 2014 hatte es dazu auch einen landesweiten Blitzmarathon gegeben, bei dem 4644 Tempoverstöße geahndet wurden. 2015 entfiel die Aktion.

Bei der Landespolizei werden nur die Geschwindigkeitskontrollen gezählt, die in Kooperation mit den Kommunen erfolgen, die auch selbst blitzen dürfen. Laut den Kieler Zahlen wurden 2015 landesweit 538.738 Autos und Lastwagen geblitzt, ein Jahr zuvor waren es noch mit 603.514 rund zehn Prozent mehr gewesen. Darin enthalten sind auch die Verstöße, die zu Unfällen geführt haben.

Die sind in einer zweiten Statistik allerdings nicht enthalten, in der die mit Bußgeldern oder Verwarnungen aufgelisteten Strafen aufgelistet sind. Die gingen von 602.977 auf 538.745 zurück. Allerdings konnte die Landespolizei in einer Kleinen Anfrage der CDU nicht beantworten, wie viele der Verwarngelder durch ausländische Verkehrsteilnehmer nicht bezahlt wurden. „Hierzu liegen für die Jahre 2014 und 2015 keine Daten vor“, heißt es. Allein an der Rader Hochbrücke wurden im vergangenen Jahr 11.365 Fahrzeuge geblitzt – davon 6884 Lastwagen. In fast allen Fällen wurden dafür Verwarnungen und Bußgelder fällig.

Und wie sehen die Kontrollen in diesem Jahr aus? Innenminister Stefan Studt hat angekündigt, dass die Polizei nach Abflauen der Flüchtlingswelle auch wieder verstärkt mit Kontrollen auf den Straßen präsent sein wird. Zahlen dazu hat das Landespolizeiamt allerdings noch nicht.

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erstellt am 24.Aug.2016 | 08:17 Uhr

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