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Politik

09. Dezember 2016 | 20:31 Uhr

Offensive gegen IS-Hochburg Mossul : Zahlreiche Tote bei IS-Angriffen auf Kirkuk und Kraftwerk im Nordirak

vom

Die Stadt Mossul im Nordirak soll vom IS befreit werden. Die Terrormiliz greift Stationen in der Umgebung an.

Bagdad | Bei einem Angriff der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auf die nordirakische Stadt Kirkuk und ein Kraftwerk in der Nähe sind zahlreiche Menschen ums Leben gekommen. Schläferzellen der Extremisten hätten am Morgen in Kirkuk mehrere Stationen von Sicherheitskräften und andere Gebäude gestürmt, erklärten Provinzgouverneur Nadschim al-Din Karim und die Polizei am Freitag. Allein bei einem Angriff auf ein Kraftwerk in dem Ort Dibis nordwestlich von Kirkuk starben 19 Menschen, darunter drei Angreifer.

Kirkuk und das Umland werden von kurdischen Peschmerga-Kämpfern kontrolliert. Der Angriff der Extremisten kommt nur wenige Tage nach dem Beginn einer lang erwarteten Offensive auf die IS-Hochburg Mossul. Die Großstadt ist die letzte Bastion der Miliz im Irak.

Ein Polizeioffizier sagte, Sicherheitskräfte hätten die IS-Kämpfer in zahlreichen Gebäuden und Straßen in Kirkuk umstellt. Die Kämpfe gingen weiter. Neun Extremisten seien bislang getötet worden. Anwohner berichteten, Explosionen und Schüssen seien zu hören gewesen.

In Dibis hätten drei Selbstmordattentäter das im Bau befindliche Kraftwerk gestürmt und 16 Menschen getötet, erklärte Bürgermeister Abdullah Nur al-Din. Bei anschließenden Gefechten mit Sicherheitskräften sei ein Angreifer getötet worden, die beiden anderen hätten sich selbst in die Luft gesprengt. Bei den Opfern handele es sich um zwölf irakische und vier iranische Mitarbeiter des Kraftwerks.

Bei einem Sprengstoffanschlag war am Donnerstag auch ein US-Soldat im Nordirak getötet worden. Das teilte das US-Verteidigungsministerium in Washington mit. Das Pentagon machte keine näheren Angaben zu dem Tod des Soldaten. Es gab zunächst auch keine Stellungnahme zu der Frage, ob der Vorfall in Verbindung mit der irakischen Offensive auf die Großstadt Mossul gestanden hat.

Eine internationale Koalition aus mehr als 60 Staaten und Organisationen bekämpft die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) in Syrien und im Irak. Deutschland leistet mehrere Beiträge. Am Sturm auf die Millionenstadt Mossul ist die Bundeswehr zwar nicht direkt beteiligt. Indirekt unterstützt sie die Operation aber.

Ausbildung von Peschmerga-Kämpfern

Seit Januar 2015 bildet die Bundeswehr im Nordirak Kämpfer der kurdischen Peschmerga-Armee sowie der religiösen Minderheiten der Jesiden und Kakai aus. Mehr als 10.000 Kämpfer sind inzwischen von deutschen Soldaten trainiert worden. Die Peschmerga sind am Kampf um Mossul beteiligt, sollen aber nicht in die Stadt einmarschieren. Seit Kurzem findet die Ausbildung nicht nur nahe der Kurden-Metropole Erbil, sondern auch wenige Kilometer hinter der Frontlinie statt.

Waffen für die Peschmerga

Die Peschmerga haben in großem Umfang Waffen der Bundeswehr erhalten, darunter 1200 Panzerabwehrraketen vom Typ „Milan“, 400 Panzerfäuste, mehr als 20.000 Sturmgewehre und mehrere Millionen Schuss Munition. Für den Sturm auf Mossul sind zunächst keine weiteren Waffenlieferungen geplant.

Unterstützung der irakischen Streitkräfte

An die Zentralregierung in Bagdad lieferte die Bundeswehr militärische Ausrüstung wie Gefechthelme oder Masken und Anzüge zum Schutz vor nuklearen, chemischen und biologischen Kampfstoffen - aber keine Waffen.

Beteiligung an Luftangriffen

Die Luftangriffe auf IS-Stellungen im Irak und in Syrien unterstützt die Bundeswehr unter anderem mit „Tornado“-Aufklärungsjets von der türkischen Luftwaffenbasis Incirlik aus. Die Flugzeuge können auch Bilder für den Kampf um Mossul liefern.

 
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erstellt am 21.Okt.2016 | 10:42 Uhr

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