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Politik

11. Dezember 2016 | 07:16 Uhr

LKW auf der Leverkusener Brücke : Wie Schranken marode Brücken vor Schwertransporten schützen sollen

vom

Eine neue Anlage soll LKW ausbremsen, wenn sie – trotz Verbot – über die baufällige Brücke fahren wollen.

Düsseldorf | Schwerlasttransporte auf maroden Brücken – das ist für den Erhalt der Bauwerke nicht das förderlichste. Auf der Rader Hochbrücke an der A7 dürfen deshalb nur noch Laster mit einem Gewicht bis zu 84 Tonnen den Nord-Ostseekanal bei höchstens 60 Stundenkilometern überqueren. In Nordrhein-Westfalen sind die Regeln noch strenger.

Sorgenkind dort ist die A1-Rheinbrücke bei Leverkusen. Sie ist von Rissen zerfurcht. Ein Neubau soll bis 2020 entstehen. Bereits seit zwei Jahren gilt ein Fahrverbot für Schwerlasttransporte. Doch das wird täglich von bis zu 150 LKW-Fahrern ignoriert.

Deshalb hat sich NRW-Verkehrsminister Michael Groschek (SPD) etwas Neues ausgedacht. Das Fahrverbot für Lkw soll künftig mit automatischen Sperren durchgesetzt werden. Die Maßnahme sei nötig, da das Verbot täglich von rund 150 Lkw-Fahrern ignoriert werde. Insgesamt sollen vor der Brücke in beiden Richtungen vier Schranken installiert werden, die Lkw über 3,5 Tonnen an der Überfahrt hindern. Mit den Arbeiten soll in den nächsten fünf Wochen begonnen werden. Spätestens Anfang Oktober soll die Anlage in Betrieb gehen. Bis März 2017 seien für den Gesamtbetrieb Bundesmittel in Höhe von 4,5 Millionen Euro veranschlagt worden, berichtete Groschek.

Vorläufersysteme wurden bereits in Rheinland-Pfalz auf der Schiersteiner Brücke betrieben, die den Rhein zwischen Mainz und Wiesbaden überspannt, sowie auf der A 6 im Saarland. Die Anlage warnt zunächst mit Hinweisschildern vor der Weiterfahrt, damit schwere LKW die Autobahn vor der Brücke verlassen. Wer die zahlreichen Hinweis- und Warnschilder ignoriert, muss mit einem Bußgeld in Höhe von 150 Euro rechnen. Mit einer Bundesratsinitiative will Groschek schärfere Strafen in Deutschland durchsetzen.

So soll das Schrankensystem funktionieren:

Foto: Landesbetrieb Straßen NRW

Die Schranke fällt erst, wenn die Schwergewichte trotz Schildern weiterfahren. Rund um die Uhr wird ein Helfer vor Ort sein, um die LKW-Fahrer über besondere Fahrspuren von der Autobahn zu leiten.

Der Schwerlastverkehr gilt als Hauptverursacher der immer wiederkehrenden Schäden an der Leverkusener Brücke. Erst in der vergangenen Woche war das rund 50 Jahre alte Bauwerk erneut mehrere Tage lang gesperrt, weil Arbeiter insgesamt 81 Stellen ausbessern mussten - vor allem einen 40 Zentimeter langen Riss an einer Seilverankerung.

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erstellt am 16.Aug.2016 | 14:39 Uhr

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