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Politik

04. Dezember 2016 | 19:28 Uhr

Gerrymandering : Wie die Zuschnitte der Wahlkreise die US-Wahl beeinflussen

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Die USA – eine beispielhafte Demokratie? Wenn man betrachtet, wie absurd manche Wahlkreise zugeschnitten sind, kommen zumindest Zweifel auf. Doch was hat das mit Salamandern zu tun?

Der Zuschnitt von Wahlbezirken beeinflusst in den Vereinigten Staaten auch das Wahlergebnis: Im Repräsentantenhaus ist nur noch etwa einer von 15 der Sitze wirklich regelmäßig umkämpft. Die übrigen sind beinahe schon zum Gewohnheitsrecht der beiden großen Parteien geworden. Die Wirtschaftszeitung „The economist“ urteilte: „In Demokratien entscheiden Wähler über die Repräsentanten. In den USA wird es schnell umgekehrt.“

Alle zehn Jahre werden die Wahlkreise angepasst, schließlich ändert sich auch die Bevölkerung. Über die Anpassung – so bemängelt die Washington Post – benötige die Zustimmung des Gouverneurs, also einer Person, die ein offensichtliches Interesse für die Dominanz seiner Partei hat.

Das System ist nicht neu und wird Gerrymandering genannt, nach einem Gouverneur namens Elbridge Gerry, der im 19. Jahrhundert seinen Wahlbezirk in Massachussetts in einer derartig absurden Form zuschneiden ließ, dass ein Karikaturist sie mit einem Salamander verglich. Aus Gerry und Salamander wurde „Gerrymander“.

Doch wie kann allein die Form des Bezirks etwas über das Wahlergebnis sagen? Die USA wählen in ihrem Wahlkreisen nach dem Mehrheitswahlrecht. Ein Teil der Bevölkerung kann damit quasi seines Wahlrechts beraubt werden, wenn er in einem Wahlkreis oder -bezirk lebt, der fest in der Hand einer der beiden Parteien ist, und somit keine Chance hat, auf das Wahlresultat Einfluss zu nehmen. Schätzungen zufolge leben in den USA 80 Prozent der Bevölkerung in einem fest einem Lager zugerechneten Bundesstaat.

Die aktuell geltenden Wahlkreise wurden überwiegend von Republikanern entworfen – mit System. Mit der Operation „Redmap“, kurz für „Redisctricting Majority Project“, wollten die Republikaner eine stabile Mehrheit im US-Repräsentantenhaus sichern. Ziel war es, die Wahlkreiskarte der USA dauerhaft rot zu färben, in der Farbe der Republikaner.

Auch wurde mehrfach kritisiert, dass mit der Art, wie Wahlkreise zugeschnitten werden, die Stimmkraft von Latinos und Afroamerikanern verringert werden kann. Ein aktuelles Beispiel bemängelt die New York Times in North Carolina.

Und weil das eine komplizierte Rechnung ist, versucht die Washington Post das in einem Video zu erklären.

 
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erstellt am 09.Nov.2016 | 13:14 Uhr

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