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Politik

07. Dezember 2016 | 17:31 Uhr

Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern 2016 : Wie die AfD Mecklenburg-Vorpommern spaltet

vom

Einen Tag nach der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern steht fest: ein Landesteil fühlt sich abgehängt.

Im Westen SPD, im Osten die CDU und AfD. Ein Blick auf die Wahlergebnisse zur Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern offenbart: Die AfD hat vor allem im Osten des Landes Stimmen gesammelt.

Die Karte zeigt Ergebnisse bis auf Wahllokalebene:

 

Wer hat die AfD gewählt? Regional gesehen lautet die Antwort: Vorpommern. In den Wahlkreisen dort erhielten die Rechtspopulisten fast durchweg mehr als die 20,8 Prozent, die sie landesweit bekamen. In Vorpommern holte die AfD auch ihre drei Direktmandate - in einer Region, die bis dahin eine uneinnehmbar scheinende Bastion der CDU war. Ein Direktmandat holte Jürgen Strohschein, der nach eigener Auskunft auf seiner Internetseite 42 Jahre lang CDU-Mitglied war. 2013 trat er der AfD bei.

Landesweit verlor die CDU nach Schätzungen von Infratest dimap 22.000 Wähler an die AfD - mehr als alle anderen Parteien. Vor allem aber konnte die AfD demnach frühere Nichtwähler mobilisieren (55.000).

Ihr bestes Ergebnis verzeichnete die Partei im Wahlkreis Vorpommern-Greifswald III. Dazu gehört der östliche Teil des Landkreises Vorpommern-Greifswald mit der Stadt Wolgast und der Ferien-Insel Usedom. Fast jeder Dritte dort (32,3 Prozent) gab der AfD seine Stimme. Zum Vergleich: In einem Rostocker Innenstadt-Wahlkreis brachte sie es nur auf 12,2 Prozent.

Auf Ebene der Lokale ist der Ortsteil Dargezin in Gützkow Spitzenreiter mit 56,7 Prozent.

Hohe Arbeitslosigkeit und schwache Wirtschaft in Vorpommern

Im touristisch geprägten Vorpommern ist die Arbeitslosigkeit außerhalb der Saison deutlich höher als im Landesdurchschnitt, die Wirtschaft kommt seit Jahren nicht recht voran. Im Tourismus werden unterdurchschnittliche Löhne gezahlt, so dass die Einkommen in der Region niedrig sind. Junge wandern ab. Der Rostocker Politikwissenschaftler Jan Müller sagte am Montag: „Vorpommern ist dem Westteil des Landes gegenüber sozial benachteiligt.“

Wolgasts Bürgermeister Stefan Weigler (parteilos) sagte: „Das Wahlergebnis ist ein lauter und deutlicher Hilfeschrei der Wählerinnen und Wähler.“ Zu sagen, die AfD-Wähler seien alle vom rechten Rand, sei Unsinn. Es sei auch nicht nur die Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel (CDU). So, wie die große Koalition in Schwerin in den letzten zehn Jahren den Landesteil Vorpommern betrachtet habe, könne es nicht weitergehen, sagte Weigler. Die Parteien sollten den Denkzettel begreifen.

In jüngster Zeit haben die Schließung des Amtsgerichtes Wolgast im Zuge einer landesweiten Gerichtsreform und die Schließung zweier Stationen des örtlichen Krankenhauses für Unmut gesorgt. Zuvor hatte schon die Kreisreform 2011 mit der Schaffung von territorial sehr großen Landkreisen scharfe Kritik hervorgerufen. Der Vorwurf: Politik und Verwaltung zögen sich aus ländlichen Regionen zurück.

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erstellt am 05.Sep.2016 | 13:31 Uhr

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