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Politik

11. Dezember 2016 | 01:31 Uhr

Doping von russischen Athleten : Whistleblowerin Julia Stepanowa fürchtet um ihr Leben

vom

Sie half, das Doping russischer Athleten aufzudecken. Bei einem Hackerangriff wurden ihre Daten gestohlen. Die Sportlerin glaubt, dass ihr etwas zustoßen könnte.

Moskau/Rio de Janeiro | Die russische Doping-Informantin Julia Stepanowa hat nach einem Hackerangriff auf die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA Angst um ihr Leben. „Wenn uns etwas passiert, dann müssen Sie wissen, dass es kein Unfall war“, sagte sie am Montag in einer Videokonferenz, berichtete die Nachrichtenagentur AP. Sie und ihr Mann würden alles unternehmen, um in Sicherheit zu bleiben. „Uns ist aber klar: Wenn uns jemand wirklich etwas antun wollte, würden sie damit wahrscheinlich Erfolg haben.“

Julia Stepanowa hat dabei geholfen, das weitreichende Doping von russischen Sportlern aufzudecken. Ihre eigene Karriere hat dadurch großen Schaden genommen. Sie war selbst Teil des Systems und wurde deshalb von den Olympischen Spielen in Rio ausgeschlossen. Sie stellte noch einen Antrag als „neutrale Athletin“ unter olympischer Flagge beim Ringe-Spektakel antreten zu dürfen, der wurde aber abgelehnt.

Stepanowa und ihr Mann Witali halten sich nach den Enthüllungen über systematisches Doping in der russischen Leichtathletik an einem unbekannten Ort auf. Nach Angaben der WADA hatte der Hacker-Angriff dem Konto Stepanowas im Athletensystem ADAMS gegolten. Jemand hatte sich illegal das Passwort zu Stepanowas Konto verschafft.

Mit einem ADAMS-Zugang können Hinweise auf den Aufenthaltsort abgerufen werden, da die Athleten ihre Kontaktdaten in das System eingeben, damit sie für Dopingkontrollen erreichbar sind.

Die Aussagen der 800-Meter-Läuferin hatten maßgeblich dazu beigetragen, dass WADA-Ermittler Beweise für die Doping-Praktiken zusammentragen konnten. Auf Grundlage dieses Berichts waren die russischen Leichtathleten von den Olympischen Spielen in Rio ausgeschlossen worden.

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erstellt am 16.Aug.2016 | 11:40 Uhr

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