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Politik

05. Dezember 2016 | 01:36 Uhr

Falls Joachim Gauck nicht antritt : Wer der nächste Bundespräsident werden könnte

vom

Noch ist es nicht offiziell - aber wer tritt an, falls Gauck es wirklich nicht mehr macht? Mögliche Kandidaten.

Berlin | Noch ist Joachim Gaucks Verzicht auf eine zweite Amtszeit als Bundespräsident nicht sicher, aber schon dreht sich das Kandidaten-Karussell für die nächste Wahl. Angesichts der Bundestagswahl 2017 zeichnet sich eine komplizierte Kandidatensuche für die Kür des Staatsoberhaupts im kommenden Februar ab.

Die Union will nach „Spiegel“-Informationen einen eigenen Kandidaten nominieren, falls Gauck (76) tatsächlich nicht mehr antritt. Aus der SPD und den Linken kamen am Samstag erste Forderungen, angesichts aussichtsreicher Verhältnisse in der Bundesversammlung einen rot-rot-grünen Bewerber dagegen zu stellen.

Nach einem „Bild“-Bericht hat sich Gauck entschieden, nicht mehr anzutreten. Wie das Blatt unter Berufung auf „politische Kreise“ in Berlin berichtete, will er am Montagabend mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bei einem Abendessen unter vier Augen im Amtssitz Schloss Bellevue seine Beweggründe ausführlich erläutern. Am Dienstag wolle er die Entscheidung der Öffentlichkeit bekannt geben.

Doch Wer könnte Nachfolger werden? Eine kleine und unvollständige Auswahl.

Norbert Lammert (67)

Bundestagspräsident Norbert Lammert.
Bundestagspräsident Norbert Lammert. Foto: Michael Kappeler
 

Seit 2005 ist der CDU-Mann aus Bochum Präsident des Bundestages, der Umzug ins Schloss Bellevue wäre ein naheliegender Karriereschritt. Lammert gilt als wortmächtig und intellektuell brillant, was er andere auch gerne spüren lässt. Er gelte als aussichtsreicher Bewerber aus der Union laut dem „Spiegel-Bericht“. Lammert selbst betonte am Samstag am Rande einer Benefizveranstaltung in Bochum, Gauck habe sich „noch gar nicht erklärt“. Er gehöre „zu denjenigen, die auch öffentlich erklärt haben, dass ich mir sehr wünschen würde, dass er für eine weitere Amtszeit zur Verfügung steht“. Spekulationen seien „erstens unnötig und zweitens auch respektlos. Ich werde mich daran sicher nicht beteiligen.“

Volker Bouffier (64)

Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier.
Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier. Foto: Arne Dedert
 

Früher eher dem rechten Flügel der CDU zugeordnet, führt er seit 2014 relativ geräuschlos und erfolgreich die schwarz-grüne Landesregierung in Hessen. Ein Signal für Schwarz-Grün auch im Bund also.

Ursula von der Leyen (57)

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU).
Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU). Foto: dpa
 

Ihr Name fällt immer, wenn es um Spitzenämter geht, auch als künftige Kanzlerin ist die CDU-Frau im Gespräch. Schon 2010 war die amtierende Verteidigungsministerin als mögliche Kandidatin für das Präsidenten-Amt im Gespräch.

Frank-Walter Steinmeier (60)

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier.
Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier. Foto: Bernd von Jutrczenka
 

Beinahe so etwas wie der natürliche Kandidat für das höchste Amt im Staate. Beliebt bei den Bürgern, angesehen über Parteigrenzen hinweg, diplomatisch erfahren. Aber hat ein SPD-Mann diesmal überhaupt eine Chance?

Martin Schulz (60)

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz.
EU-Parlamentspräsident Martin Schulz. Foto: Patrick Seeger
 

Der Präsident des Europaparlaments wird immer wieder genannt, wenn die SPD nach Kandidaten für Spitzenämter sucht. Doch abgesehen von der Schwierigkeit, eine Mehrheit zu finden: Kanzlerin Angela Merkel gilt nicht als Schulz-Fan.

Annegret Kramp-Karrenbauer (53)

Die Ministerpräsidentin des Saarlands, Annegret Kramp-Karrenbauer.
Die Ministerpräsidentin des Saarlands, Annegret Kramp-Karrenbauer. Foto: Oliver Dietze
 

Die CDU-Ministerpräsidentin aus dem Saarland genießt Ansehen auch bei der SPD und den Grünen. Sie ist linker und jünger als andere CDU-Kandidaten, und sie ist eine Frau. 

Winfried Kretschmann (68)

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann.
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Foto: Marijan Murat
 

Der grüne Ministerpräsident aus Baden-Württemberg ist nicht nur in seiner Heimat populär. Sein landesväterlicher Habitus könnte auch für die Rolle des Bundespräsidenten passen. Wenn sich Union und SPD nicht einigen können, wäre er ein Kompromiss.

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erstellt am 04.Jun.2016 | 19:30 Uhr

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