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Politik

11. Dezember 2016 | 05:21 Uhr

Pariser Klimapakt : Weltklimakonferenz 2016 in Marrakesch: „Die Augen der Welt ruhen auf uns“

vom

Afrika leidet besonders unter den Folgen des Klimawandels. In Marokko geht es um die Umsetzung der Ziele von Paris.

Marrakesch | Mit flammenden Appellen zum Kampf gegen die Erderwärmung hat die Klimakonferenz im marokkanischen Marrakesch ihre Arbeit aufgenommen. „Untätigkeit und der Status quo sind keine Optionen“, erklärte die neue UN-Klimachefin Patricia Espinosa am Montag vor Delegierten aus knapp 200 Ländern. Der marokkanische Außenminister und Konferenzchef Salaheddine Mezouar mahnte: „Die Augen der Welt ruhen auf uns!“ „Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass die Ziele und Ambitionen des Paris-Abkommens erreicht werden“, betonte Espinosa.

In Paris hatte die Weltgemeinschaft im vergangenen Jahr unter anderem vereinbart, dass die gefährliche Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad, besser 1,5 Grad, begrenzt werden soll. Die Konferenz in Marokko dauert bis zum 18. November und soll einen Fahrplan für die Umsetzung der Ziele von Paris erarbeiten.

Frankreichs Umweltministerin Ségolène Royal als Gastgeberin der Konferenz von Paris im vergangenen Jahr übergab zur Eröffnung der Konferenz den Hammer des Vorsitzenden an den marokkanischen Außenminister Mezouar.

Die Delegierten in Marrakesch wollen Verfahren und Zeitpläne zur konkreten Umsetzung der Pariser Klimaziele ausarbeiten. Dabei geht es etwa um die Frage, wie arme Länder bei der Anpassung an die Folgen der Erderwärmung unterstützt werden oder wie die ganz unterschiedlichen Klimaziele der Staaten verglichen werden können.

Während in der ersten Woche vor allem Experten verhandeln, werden in der zweiten Woche Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und andere Politiker erwartet.

Royal betonte insbesondere die Bedeutung einer Klimakonferenz auf dem afrikanischen Kontinent. „Der Klimawandel ist in Afrika am grausamsten und ungerechtesten“, sagte sie. „Der afrikanische Kontinent leidet am meisten darunter, ohne dafür verantwortlich zu sein“, sagte sie unter Verweis auf Naturkatastrophen und Wüstenbildung. „Von den 50 Ländern, die am meisten von der Klimaerwärmung betroffen sind, befinden sich 36 im subsaharischen Afrika.“ Die reichen Länder hingegen verhielten sich im Umgang mit natürlichen Ressourcen so, „als ob es drei Planeten gäbe“.

Der in Paris vereinbarte Weltklimavertrag war erst drei Tage vor Beginn der Konferenz in Marrakesch in Kraft getreten. Dies war möglich geworden, weil große Staaten und Gemeinschaften wie China, die USA und die EU rasch ratifiziert haben. Damit können die USA auch im Falle eines Wahlsiegs des Klimawandel-Skeptikers Donald Trump nicht so leicht vom Abkommen zurücktreten. Genau genommen findet das neue Klimaabkommen aber erst nach 2020 Anwendung: Solange gilt noch der Vorläufer, das Kyoto-Protokoll.

Die Erderwärmung soll auf klar unter zwei Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit begrenzt werden. Die Vertragsstaaten sollten sich aber anstrengen, sie bei 1,5 Grad zu stoppen. Das Abkommen wurde von 196 Vertragsstaaten vereinbart. 94 Staaten, auf die ein Anteil von 66 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen entfällt, haben das Abkommen bereits ratifiziert, darunter auch die USA und China, die zu den größten CO2-Emittenten gehören.

Worum geht es genau bei der Weltklimakonferenz in Marrakesch? Fragen und Antworten im Überblick.

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erstellt am 07.Nov.2016 | 14:29 Uhr

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