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Politik

09. Dezember 2016 | 08:41 Uhr

Früherer CDU-Schatzmeister : Walther Leisler Kiep ist tot

vom

Er war mehr als zwei Jahrzehnte für die Finanzen der CDU verantwortlich. In der Spendenaffäre um Altkanzler Kohl galt Walther Leisler Kiep als eine der Schlüsselfiguren. Jetzt ist der gebürtige Hamburger gestorben.

Hamburg | Eine der Schlüsselfiguren der CDU-Spendenaffäre um den früheren Bundeskanzler Helmut Kohl ist tot: Der langjährige CDU-Schatzmeister und gebürtige Hamburger Walther Leisler Kiep starb am Montag im Alter von 90 Jahren in Kronberg im Taunus. Sein Sohn sagte der Deutschen Presse-Agentur, er sei einer kurzen schweren Krankheit erlegen, seine Familie sei bei ihm gewesen.

Bundesschatzmeister der Christdemokraten war Leisler Kiep von 1971 bis 1992. Im Zuge der CDU-Spendenaffäre um Alt-Bundeskanzler Kohl wurde er von der Staatsanwaltschaft verdächtigt, von dem Waffenhändler Karl-Heinz Schreiber eine Million Mark als Spende erhalten und diese nicht ordnungsgemäß im Rechenschaftsbericht der Partei aufgeführt zu haben. 2004 wurde Leisler Kiep wegen Falschaussage in der Spendenaffäre rechtskräftig verurteilt und erhielt einen Strafbefehl über 40 500 Euro.

Der Hamburger CDU-Vorsitzende Roland Heintze sprach von tiefer Betroffenheit und sagte, die CDU Hamburg trauere um Walther Leisler Kiep. „Der Spitzenkandidat bei der Hamburger Bürgerschaftswahl 1982 war ein ausgewiesener Atlantiker und in wirtschafts- und sicherheitspolitischen Kreisen stets gut vernetzt. Er war ein Gewinn für Hamburg.“ Der hessische CDU-Generalsekretär Manfred Pentz würdigte die Verdienste Leisler Kieps. Dessen Leben sei geprägt gewesen vom Einsatz für die Sache der CDU. „Unvergessen sind seine Verdienste um die transatlantische Freundschaft. Walther Leisler Kiep war fast zwei Jahrzehnte lang Vorsitzender der Atlantik-Brücke“, sagte Pentz.

Leisler Kiep wurde 1926 in Hamburg geboren. 1961 trat er in die CDU ein. Seine politische Karriere begann 1965 als Bundestagsabgeordneter in Bonn. Später ging er in die niedersächsische Landespolitik, war dort Wirtschafts- und Finanzminister. Im Juni 1982 war er bei der Bürgerschaftswahl in Hamburg CDU-Spitzenkandidat. Seine Partei wurde zwar stärkste Kraft, weil aber die FDP an der Fünfprozent-Hürde scheiterte, fehlte ein Koalitionspartner und die SPD blieb an der Macht.

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erstellt am 09.Mai.2016 | 18:36 Uhr

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