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Politik

02. Dezember 2016 | 21:16 Uhr

Präsidentschaftskandidat der Konservativen : Vorwahl in Frankreich: Sarkozy überraschend raus, Fillon vor Juppé

vom

Eine zweite Amtszeit wird es für Frankreichs Ex-Präsidenten nicht geben. Er zieht sich aus der Politik zurück.

Paris | Die beiden früheren Premierminister François Fillon und Alain Juppé stehen in der Stichwahl um die Präsidentschaftskandidatur der französischen Konservativen. Die Politiker setzten sich am Sonntag in der Vorwahl des bürgerlichen Lagers gegen Ex-Präsident Nicolas Sarkozy durch, der seinen Abschied aus der Politik einläutete. „Es ist Zeit für mich, ein Leben mit mehr privater und weniger öffentlicher Leidenschaft zu beginnen“, sagte Sarkozy.

Im Rennen um den Präsidentenposten setzte Nicolas Sarkozy auf seine Erfahrung – als einziger Anwärter der bürgerlichen Rechten regierte er bereits im Élyséepalast, von 2007 bis 2012. Seine Zeit als Präsident war von der internationalen Finanzkrise und von der Schadenbegrenzung in Europa geprägt. Nach anfänglichem Zögern arbeitete er sehr eng mit Angela Merkel zusammen. In einem Buch für den Wahlkampf 2017 sprach er sich für eine deutsch-französische Führung der Eurozone mit insgesamt 19 Ländern aus. Gleich zu Beginn seiner Präsidentschaft urlaubte Sarkozy bei reichen Freunden, die Bezeichnung „Bling-Bling“ blieb bis zum Ende hängen. Nach dem Abschied aus dem Élyséepalast wurde ihm vorgeworfen, zwar viele Reformen versprochen, aber nur wenige zu Ende gebracht zu haben.

Der erste Wahlgang wurde zum Triumph für Fillon, der nach Auszählung des Großteils der Wahllokale am frühen Montagmorgen mit gut 44 Prozent der Stimmen klar vorn lag. „Eine mächtige Dynamik hat sich in Gang gesetzt“, sagte er. Der lange als Favorit gehandelte Juppé kam auf 28 Prozent, Sarkozy auf knapp 21 Prozent. Die vier weiteren Bewerber blieben weit abgeschlagen. Die entscheidende Stichwahl findet am kommenden Sonntag statt.

Frankreichs bürgerliche Rechte kürt ihren Kandidaten zum ersten Mal mit offenen Abstimmungen, an denen alle Anhänger teilnehmen können. Dem Sieger werden gute Chancen für die Präsidentschaftswahl im kommenden Frühjahr ausgerechnet.

Umfragen lassen derzeit ein Duell zwischen der Front-National-Chefin Marine Le Pen und dem konservativen Bewerber erwarten - die Vorwahl ist damit eine wichtige Weichenstellung. Ob der schwer angeschlagene sozialistische Amtsinhaber François Hollande noch einmal antritt, ist noch unklar.

Über Monate hinweg hatten Umfragen ein Duell zwischen Juppé und Sarkozy vorhergesagt. Erst in den Wochen vor der Wahl hatte Fillon zu einer überraschenden Aufholjagd angesetzt. Der 62-jährige will Frankreich liberale Wirtschaftsreformen verordnen, damit das Land wieder wettbewerbsfähiger wird. Während Fillon eher eine konservative Kernklientel anspricht, zielt Juppé (71) mit seiner gemäßigteren Linie auch auf Wähler aus der Mitte. „Ich werde den Kampf fortsetzen“, sagte er vor seinen Anhängern.

Sarkozy versprach, den Sieger der Stichwahl zu unterstützen. Er selbst werde für Fillon stimmen, kündigte der Ex-Präsident (2007 bis 2012) an. Er rief seine Wähler auf, „niemals den Weg der Extreme zu wählen“ - eine klare Warnung vor der Front National.

Die Beteiligung an der Vorwahl fiel hoch aus, nach französischen Medienberichten bildeten sich in vielen Wahllokalen lange Schlangen. Bis kurz nach Mitternacht wurden 3,9 Millionen Stimmen gezählt - da fehlten noch die Ergebnisse von etwas mehr als 800 der über 10.000 Wahllokale.

Abstimmen konnte jeder Franzose, der im Wählerregister steht, zwei Euro Kostenbeteiligung zahlte und sich per Unterschrift zu den Werten der bürgerlichen Rechten bekannte. Im Vorfeld hatte es Diskussionen gegeben, inwieweit auch linke Wähler oder Anhänger der Front National abstimmen könnten, um das Ergebnis in ihrem Sinne zu beeinflussen.

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erstellt am 21.Nov.2016 | 07:53 Uhr

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