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Politik

09. Dezember 2016 | 06:59 Uhr

Hillary Clinton vs. Donald Trump : US-Wahlkampf auf der Zielgeraden: Was jetzt noch passieren kann

vom

Umfragen sehen Clinton nach dem letzten TV-Duell vorn. War es das also? Tendenz zum Ja - aber es bleiben Unwägbarkeiten.

Washington | Das dritte TV-Duell ist vorbei, und keine drei Wochen bleiben mehr bis zur Präsidentenwahl. Kann Clinton schon das Mobiliar fürs Weiße Haus aussuchen? Fragen und Antworten zum Stand der Dinge in den USA.

Wie ist die Lage nach drei Duellen zwischen Trump und Clinton?

Hillary Clinton hat alle drei Duelle für sich entschieden. Das geht aus Blitzumfragen nach den jeweils 90-minütigen TV-Debatten hervor.

Nach der letzten Auseinandersetzung in Las Vegas wurden Vorbereitung und Strategie der Demokratin (68) als beispielhaft gewürdigt. „Trump hat sich nicht nur selbst geschlagen, Clinton hat ihn zerstört“, schreibt das Portal Vox.com.

Was bleibt vom dritten Duell in Erinnerung?

Vor allem Trumps Satz, dass er heute noch nicht sagen könne, ob er das Wahlergebnis des 8. November anerkennen werde. Das hat es noch nie gegeben, für sehr viele Amerikaner ist das ein echter Eklat.

Herrschende Meinung: Es ist okay und gehört sich, mit Inbrunst zu kämpfen. Aber wer verloren hat, muss das auch anerkennen - vor allem, wenn es um so dermaßen viel geht wie um die US-Präsidentschaft, das gehört zum Kernbestand dieses Landes. Dass nach einem Wahlkampf jemand seine Niederlage nicht anerkennt, wäre eine Premiere.

Wie wirkt sich das auf den restlichen Wahlkampf aus?

Es ist schwer zu sagen, was Trump jetzt tun wird. Wenn er weiter behauptet, es gebe Wahlbetrug im großen Stil, und die Wahl werde ihm gestohlen, kann das die USA noch weiter auseinandertreiben. Dass er aber beidreht, ist auch unwahrscheinlich. Es sieht danach aus, als sei Trump auf eine mögliche Niederlage schlicht nicht vorbereitet, als glaubte er bis zuletzt, das Rennen noch zu drehen. Nun wirkt es, als wolle er zerstören, was er nicht bekommen kann.

Ist das Rennen denn gelaufen?

Trump liegt in allen maßgeblichen Umfragen hinten - wenn die Ergebnisse denn stimmen, auch angesichts der Fehlermargen bleiben Unwägbarkeiten. Binnen weniger als vier Wochen ist der 70-Jährige fast überall dort abgestürzt, wo es darauf ankommt - vor allem in jenen wichtigen Bundesstaaten, die letztlich über die Wahl entscheiden werden. Das könnte viel auch mit dem ersten TV-Duell zu tun haben, als viele Wähler sich zum ersten Mal selbst ein Bild von Trump machen konnten. Trump verlor dort bald Faden und Fassung und gab keine gute Figur ab.

Also steht Clinton als Präsidentin praktisch fest?

Es ist momentan schwer vorstellbar, wie sich das Rennen noch drehen sollte, vor allem wenn man sich Clintons Vorsprung bei der hochgerechneten Zahl der Wahlmänner ansieht, die entscheidend ist. Und Amerikaner sind nicht gern auf der Seite des Verlierers.

Allerdings war der Wahlkampf 2016 schon für viele große Überraschungen gut. Niemand weiß zum Beispiel, ob die Enthüllungsplattform Wikileaks Clinton noch schweren Schaden zufügen kann. Auch wenn die Kandidatin nochmals erkranken würde, wenn ein schwerer Terroranschlag geschähe, könnte sich das unmittelbar auf den Wahlkampf auswirken.

Was geschieht in den verbleibenden Wochen bis zum 8. November?

Clinton wird alles versuchen, ihr Schiff sicher in den Hafen zu bringen. Sie ist um ein Vielfaches besser organisiert als Trump, hat viel mehr Geld für den Wahlkampf, kann in einzelnen Staaten noch Millionen ins Feld werfen. Sie wird schlicht versuchen, keinen Fehler mehr zu machen, das könnte wohl reichen. Trump dagegen hat immer gesagt, ein Donald Trump verliere nie. Nun kann er mit seiner Taktik seine Wählerschaft nicht mehr vergrößern, nur ihre Leidenschaft intensivieren. Es ist nicht klar, was er damit bezweckt.

 
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erstellt am 20.Okt.2016 | 18:23 Uhr

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