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Politik

10. Dezember 2016 | 17:45 Uhr

Manipulierte US-Wahl? : US-Grüne Jill Stein will Neuauszählungen in drei Staaten

vom

Die grüne Präsidentschaft-Kandidatin Jill Stein will prüfen lassen, ob Hillary Clinton um den Wahlsieg betrogen wurde.

Washington | Donald Trump hat es im Wahlkampf immer behauptet: Die Wahlen in den USA seien „total unfair“ und „manipuliert“. Das findet jetzt auch die Grüne Jill Stein, die in nur drei Tagen 4,6 Millionen Dollar per Crowdfunding mobilisierte. Mittel mit denen die Neuauszählung bzw. Gerichtskosten für die Anfechtung der Ergebnisse in den drei Bundesstaaten Michigan, Pennsylvania und Wisconsin finanziert werden sollen.

Die Schwester von Hillary Clintons engster Beraterin Huma Abedin erklärt auf ihrer Facebook-Seite, warum die Verlierer der Wahlen die Hoffnung auf irgendein Wunder noch immer nicht aufgegeben haben. „55.000 Stimmen, die (...) von Trump an Hillary fließen“, so Heba Abedin, „sind alles, was es braucht, um zu gewinnen.“ 

Ironischerweise fechtet nun nicht die Hauptleidtragende eines möglichen Wahlbetrugs die Auszählung an, sondern die grüne Fundamentalistin, die im Wahlkampf keine Gelegenheit ausließ, Clinton als „gefährlicher“ denn Trump darzustellen.

Stein holte in den drei Staaten mehr Stimmen als die nun strittige Differenz. Oder anders gesagt, hätte die völlig chancenlose Fundi-Politikerin ihre Anhänger aufgefordert Clinton zu unterstützen, müsste Amerika heute nicht vor einem Demagogen im Weißen Haus bangen. Die Präsidentin hieße Hillary Clinton. 

Ihren plötzlichen Sinneswandel erklärt Stein mit „Wahlmaschinen, die extrem Hacker-freundlich sind, in Wahlen die heiß umkämpft waren“. Ausgerechnet in einem Interview mit dem russischen Propaganda-Kanal RT fügt sie hinzu: „Wir haben Hinweise darauf von Cyber-Experten, von Sicherheitsexperten und anderen“.

Stein beruft sich auf ein paar IT-Spezialisten um den Direktor des Center for Computer Security and Society, J. Alex Halderman, die Abweichen zwischen per Hand ausgezählten Stimmen und denen der Wahlautomaten festgestellt haben wollen. Nun behauptet nicht einmal Halderman, dass die Wahlen manipuliert worden seien. Dies lasse sich ohne eine Überprüfung nur nicht mit Sicherheit ausschließen.   

Der Star der US-Wahlstatistiker Nate Silver hält die Theorie für so schwach, dass sie nicht einmal einen „grundlegenden Plausibilitätscheck“ überstehe. So sieht es auch der Experte der „New York Times“, Nate Cohn, der meint, der auffälligste Befund der Wahlnacht sei Clintons schlechtes Abschneiden in sämtlichen den Staaten des Rostgürtels und des Mittleren Westen gewesen. Dies erkläre sehr viel besser als eine Hackertheorie, warum die Kandidatin in den drei Bundesstaaten verloren habe.

Mit den Spenden kann nun die Probe auf das Exempel gemacht werden. Dass die Neuauszählung und Anfechtung am Wahlausgang etwas ändern werden, bleibt dabei mehr eine vage Hoffnung als realistischer Ausgang der Überprüfung. 

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erstellt am 25.Nov.2016 | 18:38 Uhr

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