zur Navigation springen

Politik

03. Dezember 2016 | 05:43 Uhr

Anschläge am 13. November in Paris : Untersuchungskommission: Salah Abdeslam konnte wegen Fehler belgischer Behörden entkommen

vom
Aus der Onlineredaktion

Gegen die Angriffe im Bataclan sei man machtlos gewesen. Doch hätte sich Frankreich gegen die Anschläge besser wappnen können.

Paris | Der inzwischen inhaftierte Terrorverdächtige Salah Abdeslam konnte nach Einschätzung französischer Parlamentarier wegen eines Fehlers der belgischen Behörden zunächst entkommen. Die belgischen Dienste hätten Angaben zu Abdeslams Radikalisierung nicht in eine europäische Datenbank eingetragen, sagte der Vorsitzende des Untersuchungsausschusses der französischen Nationalversammlung, Georges Fenech, am Dienstag.

Abdeslam war am Morgen nach den Pariser Terroranschlägen vom 13.November auf dem Weg nach Belgien von französischen Polizisten kontrolliert worden. Diese ließen ihn jedoch nach einer längeren Kontrolle weiterfahren. Erst eine Stunde später erhielten sie aus Belgien die Information, dass Abdeslam im Verdacht stehe, sich dem Kampf islamistischer Extremisten anschließen zu wollen. Abdeslam wurde nach monatelanger Fahndung im März in Brüssel festgenommen und sitzt nun in französischer Untersuchungshaft.

Der Terrorangriff auf den Pariser Musikclub „Bataclan“ war nach dem Bericht der parlamentarischen Untersuchungskommission nicht vermeidbar. Berichte aus Ägypten über geplante Attacken auf den Konzertsaal hätten bei Ermittlungen der Sicherheitsbehörden nicht bestätigt werden können, berichtete der Abgeordnete Sébastien Pietrasanta am Dienstag nach Angaben der französischen Agentur AFP. Die Pariser Staatsanwaltschaft habe dafür auch die mangelnde Zusammenarbeit der ägyptischen Behörden verantwortlich gemacht.

Die Parlamentarier sehen kein grobes Versagen bei der Reaktion auf die Anschläge vom 13. November 2015, als Islamisten in Paris und Saint-Denis 130 Menschen ermordeten. Das Land sei aber nicht ausreichend auf Anschläge dieser Größenordnung vorbereitet gewesen.

Deswegen schlägt der Untersuchungsausschuss eine nationale Behörde zur Terrorbekämpfung vor. Die Kommission sollte am Dienstag ihren Abschlussbericht beschließen.

 

 

zur Startseite

von
erstellt am 05.Jul.2016 | 13:34 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen