zur Navigation springen

Politik

24. März 2017 | 21:06 Uhr

Kampf gegen verbotene PKK : UN-Bericht: Türkei vertrieb Hunderttausende Kurden

vom

Tötungen und Zerstörung von Siedlungen. Die UN bemängelt Menschenrechtsverstöße der Türkei gegen ihre kurdische Minderheit.

Genf | Die Vereinten Nationen haben der Türkei vorgeworfen, bei der Verfolgung der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK massiv gegen Menschenrechte verstoßen zu haben. Es sei zwischen Juli 2015 und Dezember 2016 zu zahlreichen Tötungen und zur systematischen Zerstörung von Siedlungen gekommen, schreibt das UN-Menschenrechtsbüro in einem am Freitag in Genf veröffentlichten Bericht.

Die PKK ist eine auch in Deutschland verbotene Terrorgruppe. Sie kämpft für die politische Autonomie kurdisch besiedelter Gebiete in der Türkei, teilweise auch in den angrenzenden Ländern. Ihr militärischer Arm verübt Anschläge auf militärische und zivile Ziele.

Die Türkei hat den Kampf gegen die Terrororganisation auf Repressionen gegen die gesamte kurdische Minderheit ausgeweitet: Mindestens 355.000 Menschen seien vertrieben worden. „Es scheint, dass die Beachtung der Menschenrechte zumindest seit Juli 2015 im Südosten der Türkei nicht funktioniert hat.“

Die Türkei verwehrt den UN-Ermittlern den Zugang zu den betroffenen Gebieten. Eine offizielle Untersuchung der vielen Tötungen, auch an Frauen und Kindern, fehle, sagte UN-Menschenrechtskommissar Said Raad al-Hussein. Dies könne die Spannungen in der Region weiter erhöhen.

Die Kurden in der Türkei stellen mit schätzungsweise 18 Prozent der Gesamtbevölkerung (etwa. 10 bis 12,5 Millionen) die größte ethnische Minderheit dar. 2015 erklärte der türkische Präsident Erdogan die Friedensbemühungen mit den Kurden für beendet.

zur Startseite

von
erstellt am 10.Mär.2017 | 12:14 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen