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Politik

04. Dezember 2016 | 09:15 Uhr

EU-Austritt Großbritanniens : Ukip-Chef Nigel Farage zum Rücktritt: „Ich bin kein Karrierepolitiker“

vom
Aus der Onlineredaktion

Der Brexit-Wortführer tritt als Chef der UK Independence Party zurück. Farage wolle „sein Leben zurückhaben“.

London | Der Chef der rechtspopulistischen britischen Ukip-Partei, Nigel Farage, tritt völlig überraschend zurück. „Ich will mein Leben zurückhaben“, sagte der Wortführer für einen Austritt Großbritanniens aus der EU (Brexit) am Montag in London. Er habe politisch alles erreicht, was er sich vorgenommen habe, sagte er mit Blick auf den Brexit-Sieg beim EU-Referendum am 23. Juni. „Es ist richtig, wenn ich jetzt beiseite trete.“

Farage war neben dem Ex-Londoner Bürgermeister Boris Johnson der wichtigste Wortführer des Austritts-Lagers. Er werde aber der Partei weiter angehören und deren politischen Kampf unterstützen, betonte er. „Ich bin kein Karrierepolitiker“, sagte der 52-Jährige weiter.„Ohne Ukip hätte es kein Referendum gegeben“, meinte der Europaabgeordnete Farage, der seit Jahrzehnten für den EU-Austritt Großbritanniens kämpft.

Bei Twitter bedankte er sich bei seinen Unterstützern, die mit ihm gekämpft hätten:

Farages Rückzug ist die zweite große Überraschung nach dem Referendum. Auch der ehemalige Londoner Bürgermeister Boris Johnson hatte vor wenigen Tagen bekanntgegeben, dass er sich nicht zur Premierminister-Wahl zur Verfügung stellt. Premier David Cameron, der für den Verbleib in der EU gekämpft hatte, kündigte nach dem Votum seinen Rücktritt für die nächsten Monate an.

Mit der ersten Wahlrunde wollen die Konservativen am Dienstag beginnen. Favoritin ist laut Medien derzeit Innenministerin Theresa May.

„Die Zündler schleichen sich davon. Das Nicht-Antreten Boris Johnsons und der Rücktritt Nigel Farages zeigen die Verantwortungslosigkeit und Planlosigkeit der Brexit-Befürworter“, kritisierte der EU-Parlamentarier der konservativen ÖVP, Othmar Karas.

Farage stand seit 2010 an der Spitze der Partei, bereits zuvor war er von 2006 bis 2009 Parteichef. Er gilt als Hardliner, der vor allem Migration zu einem Hauptthema des Brexit-Wahlkampfs gemacht hatte. Kritiker warfen ihm vor, er sei demagogisch und schüre in der Bevölkerung Ängste gegen Ausländer. Auf Ablehnung und Abscheu auch im Brexit-Lager stieß etwa ein Ukip-Wahlplakat, auf dem eine sehr lange Menschenschlange und das Wort Breaking Point (Bruchstelle) zu sehen war.  

Am 23. Juni hatten die Briten für den Austritt Großbritanniens aus der EU votiert. Besonders die Älteren haben für den Brexit gestimmt. Doch das Ergebnis löste in Großbritannien auch große Proteste aus - und verunsicherte die Menschen. Negative Folgen des Brexits werden vor allem für die Wirtschaft erwartet.

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erstellt am 04.Jul.2016 | 13:00 Uhr

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