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Präsidentschaftskandidaten in Frankreich : TV-Duell: Marine Le Pen wird attackiert – Emmanuel Macron überzeugt

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In der ersten TV-Debatte rückten die Inhalte in den Vordergrund - eine Weichenstellung mit Konsequenzen für ganz Europa.

Paris | Das erste direkte Aufeinandertreffen der fünf aussichtsreichsten französischen Präsidentschaftskandidaten offenbart Zündstoff. Vor allem zwischen der Rechtspopulistin Marine Le Pen und dem unabhängigen Bewerber Emmanuel Macron geht es zur Sache - sie sind die aussichtsreichsten Anwärter, sich beim ersten Wahlgang am 23. April für die Stichwahl zu qualifizieren.

Mit Spannung blickt man überall in Europa in die Länder, in denen gewählt wird. Wie gut werden in Frankreich die Rechtspopulisten abschneiden? Auch in Deutschland steht in diesem Jahr die Bundestagswahl an. Hier fragen sich entsprechend viele, welchen Zuspruch die AfD bekommt.

Fragen und Antworten zur ersten TV-Debatte in Frankreich am Montagabend:

Welche Bedeutung hatte die erste TV-Debatte am Montagabend?

Gut einen Monat vor dem ersten Wahlgang war sie der Startschuss in die heiße Phase der Kampagne. Und sie rückte wieder die Inhalte in den Mittelpunkt - denn von denen war in diesem Wahlkampf in den vergangenen Wochen kaum die Rede, stattdessen ging es vor allem um Skandale: Die Justiz-Verwicklungen des Konservativen François Fillon und der Rechtspopulistin Marine Le Pen bestimmten die Schlagzeilen. Eine wichtige Gelegenheit, um sich von den Konkurrenten abzugrenzen.

Wie ist Front-National-Chefin Marine Le Pen aufgetreten?

Le Pen setzte auf ihre bekannte Linie: Abschottung, Protektionismus und provokant-scharfzüngige Angriffe auf ihre Konkurrenten. Das französische Volk müsse „seine Souveränität zurückerlangen“, forderte sie - Le Pen will eine Rückkehr zu einer eigenen Währung und ein Referendum über den Ausstieg aus der Europäischen Union. Die 48-Jährige sagte der Einwanderung den Kampf an, beklagte eine „Explosion der Unsicherheit“ in Frankreich, und machte die Europäische Union verantwortlich für „Arbeitslosigkeit und Armut“.

Bei welchen Themen flogen die Fetzen - und zwischen wem?

Besonders heftig ging es zwischen Le Pen und Macron zur Sache. Mehrmals ging die redegewandte Rechte den 39 Jahre alten Politikjungstar scharf an, der sie derzeit laut Umfragen in einer Stichwahl klar schlagen würde. Und Macron gab Konter, ob beim Thema Europa oder als Le Pen die „Burkini“-Debatte um Ganzkörper-Schwimmanzüge für Musliminnen aufwärmte: „Sie tappen in die Falle, die Franzosen zu spalten.“

Beim Thema Einwanderung gab es einen heftigen Schlagabtausch zwischen Le Pen und dem Linkspolitiker Jean-Luc Mélenchon: „Die Leute gehen nicht aus Vergnügen in die Immigration. Das ist ein erzwungenes Exil“, so Mélenchon. Vor allem in der Wirtschaftspolitik knallten konträre Positionen aufeinander. Fillon kritisierte Le Pens Forderung nach einem Ausstieg aus dem Euro: Damit sei sie der „Serienkiller der Kaufkraft“.

Emmanuel Macron gilt als Favorit - wie hat er sich geschlagen?

Für Macron war der Auftritt besonders heikel: Für ihn ging es darum, seiner Rolle als Überraschungsfavorit der Umfragen gerecht zu werden - zugleich hat er als einziger in der Runde noch nie zuvor für ein politisches Mandat kandidiert. Er hielt den Angriffen von Rechts und Links stand, zeigte sich offen für Vorschläge aus verschiedenen Richtungen und stellte seinen „Pragmatismus“ als Leitlinie heraus. Laut einer Blitzumfrage des Senders BFMTV mit Erfolg: 29 Prozent der Befragten hielten ihn für den überzeugendsten der fünf Kandidaten.

Welche Rolle spielte Deutschland?

Deutschland zogen die Kandidaten vor allem als Negativ-Referenz heran. Fillon kritisierte, dass Macron die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gelobt hatte. Le Pen schlug erneut scharfe Töne gegen Berlin an: „Ich will nicht die Vizekanzlerin von Frau Merkel sein“, sagte sie - Le Pen erhebt immer wieder den Vorwurf, Deutschland gebe über die EU den Ton an. Macron warb dagegen für die Partnerschaft mit Deutschland.

Wie hat sich der skandalbelastete François Fillon geschlagen?

Der 63-jährige Ex-Premierminister ließ sich nicht auf das Minenfeld der Affäre um den Verdacht einer Scheinbeschäftigung seiner Frau führen. Er wählte einen gesetzten, staatsmännischen Ton. „Ich habe einige Fehler, wer hat das nicht“, sagte Fillon. „Aber ich habe Erfahrung.“ Wichtiges Argument: Er sei der einzige, der bei der im Juni (nach der Präsidentschaftswahl) anstehenden Parlamentswahl eine klare Regierungsmehrheit erhalten könne. Allerdings müsste Fillon eine spektakuläre Aufholjagd hinlegen, um in die Stichwahl zu kommen - in einer am Montag veröffentlichten Umfrage des Instituts Elabe lag er bei 17,5 Prozent und damit 7,5 bis 8 Punkte hinter Le Pen und Macron.

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erstellt am 21.Mär.2017 | 07:40 Uhr

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