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Politik

10. Dezember 2016 | 00:17 Uhr

Interview von Michel Friedman : Türkei: Deutsche Welle klagt auf Herausgabe von Interview

vom
Aus der Onlineredaktion

Das Sportministerium leugnet das Material beschlagnahmt zu haben, der Auslandsender spricht von Druck.

Bonn | Die Deutsche Welle klagt in der Türkei auf die Herausgabe eines konfiszierten Interview mit dem türkischen Minister für Jugend und Sport. Nachdem das türkische Ministerium zwei Fristen für die Herausgabe des Videomaterials verstreichen ließ, habe die Deutsche Welle (DW) Klage beim Zivilgericht in Ankara eingereicht, teilte der Auslandssender am Montag mit.

In der Türkei wird die Pressefreiheit beschnitten. Während Präsident Racep Tayyip Erdogan weiter darauf pocht, dass die Presse des Landes freier als die in jedem anderen Land sei, werden immer mehr Journalisten ohne Beweise verhaftet. Erdogans Pressefreiheit gilt allenfalls für die von seiner Partei kontrollierten Medien.

Das von Michel Friedman mit Sportminister Akif Cagatay Kilic geführte Interview hatte zu einem Schlagabtausch zwischen der Deutschen Welle und dem Ministerium in Ankara geführt. Kilic wollte das Einziehen des Materials nicht als Beschlagnahmung verstanden wissen. Dagegen hatte ein DW-Sprecher erklärt, das Material sei keineswegs aus freien Stücken an die Vertreter des türkischen Ministeriums übergeben worden. „Dies geschah vielmehr unter unmissverständlichem Druck.“

DW-Intendant Peter Limbourg kritisierte das Vorgehen der Türkei erneut: „Dieser Vorgang hat mit Rechtsstaatlichkeit und Demokratie nichts mehr zu tun. Wir fordern die türkische Seite nun auf dem Rechtsweg zur unverzüglichen Herausgabe unseres Videomaterials auf.“ Der Rundfunkrat der Deutschen Welle habe die Einreichung einer Klage ausdrücklich unterstützt.

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erstellt am 26.Sep.2016 | 14:13 Uhr

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