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Politik

07. Dezember 2016 | 11:44 Uhr

Theater-Besuch in New York : Trumps Vize Mike Pence im Musical gemahnt - und ausgebuht

vom

Das gab es noch nie: Die Darsteller haben sich mit einer Botschaft an Pence gewandt.

New York | So hat sich der künftige US-Vizepräsident Mike Pence seinen jüngsten Theater-Besuch in New York sicher nicht vorgestellt. Zuerst wurde der 57-jährige Republikaner im Saal teils mit Buhrufen empfangen, dann richteten die Darsteller auf der Bühne direkt eine mahnende Botschaft an ihn. So etwas hat es bisher noch nicht gegeben.

 

„Rüde“, twitterte denn auch prompt Pences Chef, der designierte Präsident Donald Trump und forderte vom Ensemble: „Entschuldigen Sie sich!“ Pence, ein bibelfester und sozialkonservativer ehemaliger Gouverneur von Indiana, hatte sich am Freitagabend (Ortszeit) im Richard-Rodgers-Theater am Broadway das Erfolgsmusical „Hamilton“ angeschaut. Nach dem Ende wollte Pence in Begleitung seiner Personenschützer vom Secret Service den Saal verlassen, wurde aber dann von einer kraftvollen Stimme auf der Bühne aufgehalten. „Wir haben eine Botschaft für Sie, und wir hoffen, dass Sie uns anhören“, rief Brandon Victor Dixon, der im Musical den Hamilton-Rivalen Aaron Burr verkörpert, Amerikas künftigem „Vize“ zu.

Mit dem versammelten Ensemble im Rücken redete er dann dem Republikaner ins Gewissen. „Wir sind das vielfältige Amerika - jene, die beunruhigt und ängstlich sind, dass Ihre neue Regierung uns, unseren Planeten, unsere Kinder und unsere Eltern nicht beschützen, uns nicht verteidigen und unsere unabänderlichen Rechte nicht aufrechterhalten wird“, sagte Dixon. „Wir hoffen, dass diese Aufführung Sie dazu inspiriert hat, unsere amerikanischen Werte aufrechtzuerhalten und für uns alle zu arbeiten.“

Der designierte US-Präsident Trump beklagte postwendend auf Twitter: „Unser wunderbarer künftiger Vize-Präsident ist letzte Nacht belästigt worden (...) Das sollte nicht passieren.“

Später sprach er dann von einem „rüden“ Verhalten „gegenüber einem guten Mann“ und forderte eine Entschuldigung.

Embeded Tweet
 

Dixon konterte: „Konversation ist keine Belästigung, Sir.“ Und er begrüße es, dass Pence geblieben sei, um zuzuhören.

 

Das Hip-Hop-Musical um Alexander Hamilton, den ersten Finanzminister der Vereinigten Staaten, ist ein riesengroßer Hit in den USA. Es gewann elf Musicalpreise „Tony“, einen Grammy sowie den Pulitzerpreis und spielt pro Woche etwa zwei Millionen Dollar ein. Das Stück gilt auch als revolutionär, weil die Geschichte der US-Gründerväter nahezu ausschließlich mit farbigen Darstellern erzählt wird.

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erstellt am 19.Nov.2016 | 19:18 Uhr

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