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Politik

05. Dezember 2016 | 09:28 Uhr

NSU-Prozess in München : Tino Brandt schließt Geldübergabe an Waffenbeschaffer nicht aus

vom

Neun von zehn NSU-Opfern wurde mit ein und der selben Waffe getötet. Ein früherer Neo-Nazi soll das Geld dafür bezahlt haben.

München | Der frühere Thüringer Neonazi-Anführer und Ex-V-Mann Tino Brandt will „nicht ausschließen“, dass er dem mutmaßlichen Waffenbeschaffer des NSU Geld gegeben hat. Er habe viel Kontakt mit dem Mitangeklagten Carsten S. gehalten, sagte Brandt am Dienstag als Zeuge im NSU-Prozess in München. Er habe auch „viel Geld“ weitergegeben, das er stets in bar vom Thüringer Landesverfassungsschutz erhalten habe. An eine einzelne Geldübergabe könne er sich aber nicht erinnern. Über Waffen will er weder mit S. noch mit irgendjemand anderem gesprochen haben.

Mit der Waffe, einer „Ceska“, sollen die beiden mutmaßlichen Rechtsterroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt neun ihrer zehn Mordopfer aus rassistischen Motiven erschossen haben.

Brandt war erneut zum Prozess um den „Nationalsozialistischen Untergrund“ geladen worden, nachdem die Anwälte des ebenfalls mitangeklagten Ralf Wohlleben den Verdacht geäußert hatten, Brandt könne die Mordwaffe vom Typ „Ceska“ finanziert haben. Die Bundesanwaltschaft wirft Wohlleben vor, er habe das Geld dafür aufgebracht und S. beauftragt, die Waffe zu kaufen. Wohlleben bestreitet das.

Brandt wurde für seine Aussage aus dem Gefängnis Tonna in Thüringen in die Justizvollzugsanstalt München-Stadelheim gebracht. In Tonna verbüßt er derzeit eine Freiheitsstrafe wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen.

Das NSU-Trio war 1998 in den Untergrund abgetaucht. In den folgenden Jahren sollen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt zehn Menschen ermordet und zwei Sprengstoffanschläge verübt haben. Das Motiv soll in fast allen Fällen Rassenhass gewesen sein. Beate Zschäpe ist als einzige Überlebende des NSU-Trios wegen Mittäterschaft angeklagt.

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erstellt am 07.Jun.2016 | 12:35 Uhr

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