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Politik

04. Dezember 2016 | 15:25 Uhr

Großbritanniens neue Premierministerin : Theresa May: Wer ist David Camerons Nachfolgerin?

vom

Theresa May tritt das Erbe von David Cameron an. Sie muss ihre Partei und das Land wieder zusammenführen und bleibt beim Brexit.

London | Sie ist bekannt für extravagante Schuhe. Sie gilt vielen als zweite Margaret Thatcher. Und sie ist für die EU, unterstützt aber auch den Brexit. Wer ist Großbritanniens neue Premierministerin Theresa May?

Die Amtszeit von Theresa May wird keine leichte. Großbritannien ist nach der Brexit-Entscheidung gespalten: Die eine Hälfte der Bevölkerung will in der EU bleiben, die andere nicht. Auch innerhalb ihrer Partei, den Tories, sind beide Lager vertreten. Die neue Premierministerin wird deshalb als Versöhnerin gebraucht.

Am Mittwoch ist Mays erster Arbeitstag in Downing Street 10. Nach der Wahl zur Vorsitzenden der Konservativen am Montag hatte sie in einer kurzen Rede in London angekündigt, sie wolle als neue Premierministerin das Land einen und den Austritt Großbritanniens aus der EU vollziehen.

Mit offiziellen Austrittsverhandlungen aus der EU will sich die neue Regierungschefin aber noch Zeit lassen. Sie werde den Antrag auf Austritt aus der EU nicht vor Jahresende stellen - zum Ärger der EU-Staaten, die auf eine schnelle Lösung pochen.

Die 59-Jährige hatte sich bei der Brexit-Frage immer wieder geschmeidig und geschickt erwiesen: Zwar schlug sie sich auf die Seite des Pro-EU-Lagers um Premierminister David Cameron, zeigte sich aber zugleich demonstrativ offen für Kritik an der EU - und hielt sich im Wahlkampf bewusst bedeckt, mied jede Profilierung. Sie wollte es eben mit keiner Seite verderben.

Die Sowohl-als-auch-Strategie erlaubt es May nach der Brexit-Schlacht, sich als mögliche Brückenbauerin und Versöhnerin zu präsentieren. Die konservative Partei ist tief gespalten, die Spaltung schmerzt, viele Abgeordnete und Mitglieder sehnen sich geradezu nach Heilung und Versöhnung.

Allerdings, ihre jetzige Haltung zur EU stellt May nach dem Referendum ohne Wenn und Aber klar: „Brexit bedeutet Brexit“, sagt sie sehr kategorisch - und erstickt damit alle Hoffnungen und Spekulationen in Sachen zweites Referendum.

Eine Hardlinerin ist May beim Reizthema Migration. Bei diesem Thema gilt May kompromisslos bis knallhart.

Seit Jahren wird die Innenministerin von den Medien als „aufgehender Stern“ gehandelt, wie der „Telegraph“ sie schon 2010 nannte. Als „Eiserne Lady im Wartestand“ beschrieb der „Independent“ sie drei Jahre später. Seit 2010 und in zwei Cameron-Kabinetten im Amt, verantwortet May schwierige Themen: Terrorabwehr, Überwachung, Polizei, Kindesmissbrauch.

May studierte in Oxford (wie wie Thatcher und Cameron), arbeitete für die englische Notenbank. Mit der Politik begann sie früh, sie stieg in die Lokalpolitik ein, bevor sie ihren 30. Geburtstag feierte.

Jetzt könnte May als erste Frau nach Margaret Thatcher Premierministerin werden. Mit der „Eisernen Lady“ muss sich jede Frau, die es in Großbritannien politisch zu etwas bringt, irgendwann vergleichen lassen. Und tatsächlich: Streng und entschlossen schaut die Tochter eines anglikanischen Geistlichen mitunter drein, dazu ihre kinnlangen, grauen Haare - ein Vergleich mit Thatcher scheint mitunter gar nicht mal so abwegig.

Was bei Thatcher die Handtaschen waren sind bei der May die Schuhe - immer wieder ist sie durch ihren extravaganten Schuhgeschmack in die Schlagzeilen geraten. Über sich selbst redet die Verheiratete und Kinderlose aber nur sehr selten. Mitarbeiter beschreiben sie als diszipliniert, freundlich - doch nicht unbedingt als ein Freund des Smalltalks.

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erstellt am 12.Jul.2016 | 12:13 Uhr

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