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Politik

03. Dezember 2016 | 07:55 Uhr

Der Anti-Politiker im Porträt : «The Donald« - der Mann, der den Wahlkampf prägte

vom

Wenn der US-Wahlkampf 2016 in die Geschichtsbücher als etwas Besonderes eingeht, dann ist vor allem ein Mann dafür verantwortlich: Donald Trump. Als Politiker, als Unternehmer, als Mensch - Trump ist anders.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Donald Trump der 45. Präsident der Vereinigten Staaten wird, ist nicht groß. Dennoch: Der 70 Jahre alte Mann mit der besonderen Frisur und der eigenwilligen Sprache hat den Wahlkampf 2016 in den USA geprägt.

Kein anderer Politiker wurde so zum Zankapfel, niemand anders so oft parodiert. Donald Trump bestieg den Wahlkampfzug mit dem Versprechen, es anders zu machen als alle anderen, der Anti-Politiker zu sein. Donald Trump hielt Wort.

Der Immobilienmilliardär aus New York mischte das politische Washington auf wie kaum jemand vor ihm. Er setzte sich im Vorwahlkampf gegen 16 Mitbewerber durch, teils hoch favorisierte Politprofis, wie Jeb Bush. Er füllte Hallen und Stadien, war omnipräsent in Sozialen Medien und auf klassischen Kanälen. Auch wenn Hillary Clinton Präsidentin werden sollte: Es war der Wahlkampf von «The Donald».

Er pöbelte und beschwerte sich, er log und tönte, er teilte aus und verteidigte sich. Trump will eine Mauer nach Mexiko bauen, gibt den Rechtsaußen, dann wieder den Liberalen. Der Demagoge und Populist wurde zum Outlaw der US-Politik, kaum im Zaum zu halten von seiner eigenen Partei, von der halben Welt verspottet und gefürchtet zugleich.

Ein Held der kleinen Leute, beliebt bei Arbeitern, die sich benachteiligt fühlen, geduldet von evangelikalen Christen und einem Teil des Establishments. Geächtet von Menschen in allen Schichten, die sich um die Sicherheit der Welt Gedanken machen.

Donald Trump war schon als Kind nicht einfach. 1946 im New Yorker Stadtteil Queens geboren, schickten ihn Vater Frederick, ein Bauunternehmer, und Mama Marie mit 13 aufs Internat. Donald, dessen Großvater aus Deutschland in die USA gegangen war, nutzte die Chance zur Besserung, wurde ein guter Sportler und Schüler, machte seine Abschlüsse als Betriebswirt und folgte schließlich dem Vater ins Immobilienmetier. Später verdiente er Geld auch mit Misswahlen und Spielcasinos.

Trumps Erfolge als Unternehmer sind umstritten. Kritiker behaupten, wenn er sein Erbe auf die Bank gelegt hätte, wäre er heute reicher. Forbes schätzt ihn auf ein Vermögen von vier Milliarden Dollar, er selbst spricht von zehn Milliarden. All das ist Spekulation, weil Trump sich nicht in die Karten gucken lässt - ein weiterer Bruch mit der Politiker-Tradition. Alle Präsidentschaftskandidaten veröffentlichen ihre Steuererklärung - Trump nicht. Dafür tönt er, mit einem Verlust von fast einer Milliarde viele Millionen Steuern gespart zu haben.

Das wiederum ist typisch für Trump. Er tut Dinge, die als unanständig empfunden werden. Er hetzt gegen Ausländer, äfft Behinderte nach, sagt Dinge über Frauen, die skandalös sind. Was anderen politisch das Genick bräche, hilft ihm. «Ich könnte jemanden auf der Straße erschießen und würde trotzdem keinen einzigen Wähler verlieren», sagte er einmal.

Sein Biograf, Michael D'Antonio sagt über Trump: «Mir ist nie ein Mensch begegnet, der so gleichbleibend arrogant ist.» Trump rede ständig über drei Dinge: Sein gutes Aussehen, seine Intelligenz und über seinen Erfolg, sagte der Autor im ZDF.

Geholfen hat ihm seine Prominenz. Schon als Unternehmer in New York war er ein gerngesehener Gast bei Parties, zu seiner Hochzeitsfeier mit dem aus Slowenien stammenden Model Melania Knauss im Jahr 2005 kam auch das Ehepaar Bill und Hillary Clinton. 2004 stieg er in die TV-Szene ein, als Star der NBC-Show «The Apprentice» - und erreichte so ein Millionenpublikum.

Privat erreichte er vor allem viele Frauen - und brüstete sich durchaus auch damit. Immer wieder lancierte er echte oder angebliche Affären an Zeitungen, in mindestens einem Fall gab er sich als sein eigener PR-Mann namens Miller aus und gab ein Radio-Interview. Zahlreiche Affären werden ihm nachgesagt, einige soll er dazuerfunden haben. Etwa mit der späteren französischen Präsidenten-Gattin Carla Bruni. Trump bestätigte die Beziehung der «New York Post», später ging Bruni an die Presse und sagte, er müsse verrückt sein, woraufhin dann auch Trump einräumte, da sei nichts dran.

Eine ähnlich offensive Medienstrategie nutzte er im Präsidentschaftswahlkampf. Trump ist am Morgen der erste, der in Morning-Shows von Radio und Fernsehen anruft, teils mitten in der Nacht wurde er seine Botschaften über Twitter los.

Trump ist zum dritten Mal verheiratet. Seine erste Ehefrau Ivana hatte ihm die Kinder Donald (38), Eric (32) und Ivanka (34) geschenkt, die zweite Gattin, Marla Maples, brachte die gemeinsame Tochter Tiffany (22) zur Welt, mit Melania hat er den zehnjährigen Barron. Die Familie gehört für den Baulöwen zu den wichtigsten Konstanten. Besonders die Kinder Ivanka und Eric sind wesentliche Stützpfeiler seines Wahlkampfes.

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erstellt am 14.Okt.2016 | 10:48 Uhr

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