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Politik

11. Dezember 2016 | 12:54 Uhr

Erneuerbare Energien : Teurer Ökostrom: EEG-Umlage steigt auf 6,88 Cent pro Kilowattstunde

vom

Die Netzbetreiber erhöhen im kommenden Jahr die Umlage. Strom könnte dadurch für Verbraucher teurer werden.

Berlin | Strom wird noch einmal teurer. Verbraucher müssen zur Förderung von Strom aus Windkraft und Sonne wohl auch im nächsten Jahr tiefer in die Tasche greifen. Die sogenannte Ökostrom-Umlage werde von derzeit 6,35 Cent auf 6,88 Cent pro Kilowattstunde angehoben, teilten die Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Amprion, Tennet und TransnetBW am Freitag mit. Die Umlage zahlen Verbraucher über die Stromrechnung.

Wegen des schleppenden Netzausbaus wird die Energiewende für den Verbraucher immer teurer. Diese Woche zeigte das mal wieder besonders. Erst hatten die Netzbetreiber mitgeteilt, dass die Netzengelte steigen würden, jetzt könnte Strom für Verbraucher noch teurer werden.

Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Ulrich Grillo, nannte den starken Anstieg der Kosten für erneuerbare Energien ein Alarmsignal. „Die EEG-Umlage wächst in diesem Jahr fast viereinhalb Mal so stark wie die Wirtschaft. Das jetzige Fördersystem läuft aus dem Ruder.“ Er bemängelte, die versprochene Kostenbremse des Bundeswirtschaftsministeriums sei Wunschdenken. „Energiekosten werden für die Industrie zu einem echten Standortproblem.“ Der Handelsverband Deutschland (HDE) forderte eine Reduzierung der Kosten für die Energiewende und eine faire Verteilung der Belastungen.

Die Hauptgeschäftsführerin des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU), Katherina Reiche, sagte: „Die Kosten für die Umsetzung der Energiewende machen sich nicht mehr nur in der gestiegenen EEG-Umlage bemerkbar, sondern immer stärker durch die Steigerung der Netzentgelte.“ Sie mahnte einen intelligenten Netzausbau und einen besseren lokalen Ausgleich von Stromerzeugung und -verbrauch an.

Die EEG-Umlage wird als Differenz zwischen dem Preis, den Stromerzeuger für ihren Strom bekommen, und den garantierten Abnahmepreisen für Ökostrom berechnet. Je niedriger der Börsenpreis, den Energiekonzerne zahlen müssen, desto höher die Umlage.

Was der Anstieg der Umlage für Haushalte am Ende konkret bedeutet, ist kaum zu berechnen. Es kommt darauf an, ob die Energiekonzerne fallende Börsenstrompreise an die Kunden weitergeben.

Sicher ist hingegen: In SH müssen Verbraucher wegen der steigenden Netzentgelte im kommenden Jahr deutlich mehr für ihren Strom zahlen. Um rund 14 Prozent soll die Netzentgelte im kommenden Jahr in SH steigen. Für einen durchschnittlichen Privatkunden bedeutet dies allein, dass er ab kommenden Jahr 10,4 Cent pro Kilowattstunden an Netzentgelten zahlen muss. Geben Stromlieferanten die Kosten des Netzbetreibers direkt an ihre Kunden weiter, drohen Aufschläge von 45 Euro im Jahr für einen Durchschnittshaushalt mit einem Verbrauch von 3500 Kilowattstunden. Und dazu kommen dann wohl noch höhere Preise wegen der steigenden Ökostromumlage.

Von 2017 an wird die Förderung von Ökostrom in Deutschland komplett umgestellt. Mit der Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) erhalten Betreiber größerer Windparks oder Solaranlagen sowie von Biogas-Anlagen künftig für eingespeisten Strom keine feste, gesetzlich festgelegte Vergütung mehr. Stattdessen werden neue Projekte ausgeschrieben. Wer am wenigsten Subventionen pro Kilowattstunde Strom verlangt, erhält dann den Zuschlag.

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erstellt am 14.Okt.2016 | 10:54 Uhr

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