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Politik

11. Dezember 2016 | 01:32 Uhr

Medina, Katif und Dschidda : Terroranschläge in Saudi-Arabien: Vier Tote vor Moschee in Medina

vom

Am Montag gab es drei Terroranschläge in Saudi-Arabien. Man vermutet den Islamischen Staat hinter den Taten.

Riad/Medina | In Saudi-Arabien gab es am Montag drei Anschläge an einem Tag, einer davon traf die Moschee mit dem Grab des Propheten Mohamed in Medina. Das berichteten lokale Medien. Demnach soll sich ein Selbstmordattentäter während des Fastenbrechens bei einem Gebäude der Sicherheitskräfte vor der Prophetenmoschee in Medina in die Luft gesprengt und vier Menschen mit in den Tod gerissen, berichtete der arabische Nachrichtenkanal Al-Arabija. Die Moschee ist nach Mekka die zweitwichtigste religiöse Stätte des Islam.

Die Anschläge kamen mit Ankündigung. Zum Ende des Ramadans hatte die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) damit gedroht. Innerhalb weniger Tage sprengen sich Selbstmordattentäter in Istanbul, Bagdad sowie an drei Orten in Saudi-Arabien in die Luft.

Im Fernsehen waren ein Feuer und schwarzer Rauch auf einem Parkplatz zu sehen. Es war bereits der dritte Selbstmordanschlag am Montag in dem erzkonservativen und mit dem Westen verbündeten Öl-Staat.

Niemand bekannte sich zunächst zu den Taten. Es wurde jedoch nicht ausgeschlossen, dass es sich um Taten der Terrormiliz Islamischer Staat handeln könnte. Die Türkei macht die Dschihadisten für den verheerenden Anschlag vergangene Woche auf den Flughafen in Istanbul mit 45 Toten verantwortlich. Die Dschihadisten bekannten sich jedoch nicht zu der Tat. Für den Anschlag in der Nacht zu Sonntag in der irakischen Hauptstadt Bagdad mit 213 Toten bekannte sich der IS.

Sollte es sich um eine Serie koordinierter IS-Anschläge handeln, wäre das ein beunruhigendes Signal für das erzkonservative ölreiche Königreich. Radikale Islamisten werfen der Führung des Landes wegen der Zusammenarbeit mit dem Westen Gotteslästerung vor.

Fast zeitgleich mit dem Anschlag in Medina gab es in der im Osten des Landes gelegenen, mehrheitlich von Schiiten bewohnten Stadt Katif einen Selbstmordanschlag.

Bereits am frühen Morgen hatte sich ein Selbstmordattentäter in der Nähe des US-Konsulats in der saudischen Stadt Dschidda in die Luft gesprengt. Dabei wurden zwei Sicherheitsmitarbeiter des Konsulats leicht verletzt, wie das saudische Innenministerium laut dem Nachrichtensender Al-Dschasira mitteilte.

Der Attentäter war Pakistaner. Das ließ das saudische Innenministerium per Kurznachrichtendienst Twitter in der Nacht auf Dienstag verlauten. Der Tweet identifizierte den Mann als Abdullah Qalzar Khan. Er sei Fahrer und habe zwölf Jahre lang mit seiner Frau in Dschidda gelebt. Der Mann tötete beim Zünden seiner Sprengstoffweste nur sich selbst.

 

Die pakistanische Regierung ging auf die Herkunft des Täters zunächst nicht ein. Premierminister Nawaz Sharif, Armeechef Raheel Sharif und das Außenministerium verurteilten die Terroranschläge scharf. Ein Ministeriumsangehöriger, der namentlich nicht genannt werden wollte, sagte, es sei eine Untersuchung eingeleitet worden. Saudi-Arabien gehört zu Pakistans engsten Verbündeten.

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erstellt am 05.Jul.2016 | 11:12 Uhr

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