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Politik

05. Dezember 2016 | 17:36 Uhr

François Hollande, Angela Merkel und Co. : Terror in Frankreich: So reagiert die Welt auf den Anschlag in Nizza

vom

Bei einer Attacke mit einem Lkw auf eine Menschenmenge am französischen Nationalfeiertag sind in Nizza Dutzende Menschen getötet worden. Politiker aller Parteien sind entsetzt, auch in Deutschland.

Nizza | Nach der tödlichen Attacke mit einem Lastwagen auf Passanten in Nizza hat Frankreichs Präsident François Hollande von einem terroristischen Charakter der Tat gesprochen. „Wir müssen alles tun, um die Geißel des Terrorismus zu bekämpfen“, sagte der Staatschef am Freitagmorgen in Paris.

„Ganz Frankreich ist vom islamistischen Terrorismus bedroht“, sagte François Hollande. Deswegen sollten zusätzlich Soldaten und Reserven bei den Sicherheitskräften mobilisiert werden. Der seit den Anschlägen vom 13. November geltende Ausnahmezustand, den Hollande eigentlich am 26. Juli enden lassen wollte, soll um drei weitere Monate verlängert werden. Das Parlament solle darüber in der kommenden Woche entscheiden.

 

Hollande kündigte eine Verstärkung der französischen Aktivitäten im Irak und in Syrien an. Dort fliegt Frankreich als Teil der internationalen Koalition Angriffe gegen Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Um 9 Uhr soll es eine Sitzung des für Sicherheit und Verteidigung zuständigen Kabinetts geben. Danach wollen Hollande und Premierminister Manuel Valls zum Ort der Attacke nach Nizza fahren.

Der Rat der Muslime in Frankreich hat den Anschlag in Nizza mit mindestens 84 Toten als „widerlich“ verurteilt. Er habe das Land an dem Tag getroffen, an dem Frankreich seine Werte von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit gefeiert habe, teilte die Organisation am Freitag mit.

Nach dem Terroranschlag von Nizza hat Bundeskanzlerin Angela Merkel Frankreich die volle Solidarität Deutschlands zugesichert. „Deutschland steht im Kampf gegen den Terrorismus an der Seite Frankreichs“, sagte sie am Freitag am Rande des Asem-Gipfels im mongolischen Ulan Bator. „Und ich bin sehr überzeugt, dass trotz aller Schwierigkeiten wir diesen Kampf gewinnen werden.“ Alle Teilnehmer des Gipfels seien „vereint in der Fassungslosigkeit über den massenmörderischen Anschlag in Nizza“. Sie habe dem französischen Außenminister Jean-Marc Ayrault auf dem Gipfel ihr Mitleid ausgedrückt, sagte Merkel. Frankreich sei am Nationalfeiertag vom Terror getroffen worden, einem Tag, „der ein Tag des Stolzes ist und nun ein Tag der großen Trauer geworden ist“.

 

Außenminister Frank-Walter Steinmeier und Vizekanzler Sigmar Gabriel den Franzosen ihr Mitgefühl ausgesprochen. Steinmeier erklärte am Freitag: „Ein Tag, der der Freude und dem Stolz auf die französische Nation gewidmet war, ist tragisch zu Ende gegangen und hat viele Menschen sinnlos in den Tod gerissen. Friedlich feiernde Menschen mussten sterben oder ringen ums Überleben. Unsere Gedanken und unser Mitgefühl sind bei den Opfern, ihren Angehörigen und dem ganzen französischen Volk.“ Deutschland stehe fest an der Seite seines Nachbarn.

SPD-Chef Gabriel erklärte via Twitter: „Es sind furchtbare Bilder, die uns aus Nizza erreichen. Unsere Gedanken sind bei den Freunden und Angehörigen.“

Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz hat sich bestürzt und wütend über den Anschlag von Nizza gezeigt. „Der furchtbare Anschlag macht uns traurig und wütend auf die Täter“, erklärte der SPD-Politiker am Freitag. Er betonte: „Wir stehen fest an der Seite unserer französischen Freunde. Unser Mitgefühl gehört den Opfern und ihren Angehörigen.“

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat den Anschlag in Nizza scharf verurteilt. Die Tat sei „unfassbar und einfach schrecklich“, erklärte de Maizière am Freitag in Berlin. „Ich bin tief erschüttert und mit meinen Gedanken bei den Angehörigen und den Verletzten. Dieses barbarische Morden muss endlich ein Ende haben.“ Die Freundschaft zum französischen Volk werde in Trauer, Zorn und Entschlossenheit noch tiefer.

US-Präsident Barack Obama sagte: „Wir stehen in Solidarität und Partnerschaft an der Seite Frankreichs, unseres ältesten Alliierten. ... Wir wissen, dass das Wesen der französischen Republik lange über diesen verheerenden und tragischen Verlust von Leben hinaus andauern wird.“

Der russische Präsident Wladimir Putin hat den Anschlag in Nizza als grausam und zynisch verurteilt. „Wir haben einmal mehr gesehen, dass dem Terrorismus die menschliche Moral absolut fremd ist: seine Opfer sind unschuldige Zivilisten, darunter Frauen und Kinder“, schrieb Putin am Freitag in einem Beileidstelegramm an den französischen Präsidenten François Hollande. Putin rief zu einem umfassenden Kampf gegen den Terrorismus auf.

Kämpfer und ihre Hintermänner müssten in ihren Verstecken gefunden und unschädlich gemacht, ihre Infrastruktur zerstört und ihre Finanzen unterbunden werden, sagte er einer Mitteilung des Kremls zufolge. „Für den Sieg über “dieses schreckliche Übel„ müssen sich alle Kräfte der zivilisierten Menschheit vereinen“, forderte Putin.

Weitere Statements:

„Von ganzem Herzen bei den Opfern und ihren Angehörigen nach der niederträchtigen Attacke in Nizza. Wir werden nicht nachgeben. Mut.“ (Der französische Wirtschaftsminister Emmanuel Macron auf Twitter)

 

„Im Namen der Pariser geht unsere ganze brüderliche Unterstützung an die Menschen in Nizza. Unsere Städte sind vereint.“ (Anne Hidalgo, Bürgermeisterin von Paris, auf Twitter)

 

„Tiefes Mitgefühl und unendliche Traurigkeit angesichts der Attacke in Nizza. Solidarität gegenüber den Bewohnern von Nizza und den Einwohnern (des Departements) Alpes-Maritimes.“ (Ehemaliger französischer Präsident Nicolas Sarkozy auf Twitter)

 

„Der 14. Juli, der Tag an dem Frankreich seinen Nationalfeiertag begeht, steht für die Werte der französischen Revolution, die auch unsere Werte sind. Ein Angriff auf Frankreich ist deshalb ein Angriff auf die gesamte freie Welt“, sagte Bundespräsident Joachim Gauck in einer Mitteilung.

„Das Entsetzen über den Anschlag von Nizza ist kaum in Worte zu fassen. Alle Gedanken sind bei unseren französischen Freunden.“ (Regierungssprecher Steffen Seibert auf Twitter)

 

„Was für ein Schock! Stehen vereint mit unseren französischen Freunden. In Gedanken bei Opfern, den Angehörigen und beim französischen Volk.“ (Auswärtiges Amt auf Twitter)

 

„Ich war stolz, heute neben führenden Persönlichkeiten aus Frankreich bei den Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag in Paris zu stehen, und die Vereinigten Staaten werden weiterhin fest an der Seite der Franzosen während dieser tragischen Zeit stehen. Wir werden jede Unterstützung liefern, die benötigt wird.“ (US-Außenminister John Kerry in einer Mitteilung)

 

„Die Kanadier sind geschockt von den heutigen Ereignissen in Nizza. Unsere Mitgefühl ist bei den Opfern, und unsere Solidarität mit den Franzosen.“ (Kanadas Premierminister Justin Trudeau auf Twitter)

 

„Alle meine Gedanken sind bei den Opfern der verabscheuungswürdigen und feigen Tat von Nizza. Solidarität mit Frankreich.“ (Belgiens Premierminister Charles Michel auf Twitter)

 

„Tragisches Paradox, dass jene Menschen zum Ziel wurden, die Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit feierten.“ (EU-Ratspräsident Donald Tusk auf Twitter)

 

„Schreckliche Nachrichten aus Nizza. Unsere Gedanken sind bei unseren französischen Nachbarn.“ (Justizminister Heiko Maas auf Twitter)

 

„Schockierende Nachrichten vom Terror aus Nizza. Unsere Gedanken sind bei den Opfern und ihren Familien.“ (Grünen-Parteivorsitzende Simone Peter auf Twitter)

 

„Heute Morgen war ich noch im friedlichen Nizza...große Sorge. CL“ (FDP-Chef Christian Lindner auf Twitter)

 
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erstellt am 15.Jul.2016 | 13:09 Uhr

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