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Politik

05. Dezember 2016 | 19:46 Uhr

Nach Nein im Referendum : Tausende Kolumbianer fordern Umsetzung des Friedensabkommens mit Farc

vom
Aus der Onlineredaktion

30.000 Demonstranten beteiligten sich am Mittwochabend an einem „Blumen-Marsch“ und forderten: „Wir wollen Frieden!“

Bogotá | Zehntausende Menschen haben in Kolumbien für die Umsetzung des Friedensvertrages mit der Farc-Guerilla demonstriert, der am 2. Oktober in einer Volksabstimmung abgelehnt worden war. Allein in der Hauptstadt Bogotá beteiligten sich am Mittwochabend (Ortszeit) nach Medienberichten bis zu 30.000 Demonstranten an einem „Blumen-Marsch“ zum zentralen Bolívar-Platz.

Das äußerst knappe Ergebnis der Volksabstimmung zeigt, wie tief gespalten die kolumbianische Gesellschaft nach über 50 Jahren des internen Konflikts ist. Politisch ist die Ablehnung ein harter Rückschlag für Staatschef Santos. Er hatte offensiv für das Abkommen geworben und sich wegen der Friedensverhandlungen mit seinem Vorgänger und Ziehvater Álvaro Uribe überworfen.

An der Kundgebung nahmen Opfer des jahrzehntelangen Bürgerkrieges, Bauern, Indios und Studenten teil. Mit weißen Blumen, Fahnen und Kerzen in der Hand forderten sie „Wir wollen Frieden!“ und „Abkommen jetzt!“. Ähnliche Demonstrationen gab es auch in Städten wie Cali, Medellín und Manizales.

Das Friedensabkommen mit der Guerilla war in dem Referendum mit knapper Mehrheit abgelehnt worden. Gegner des Vertrages fordern unter anderem härtere Strafen für frühere Farc-Kämpfer. Präsident Juan Manuel Santos, der am vergangenen Freitag den Friedensnobelpreis zugesprochen bekam, versucht nun, Nachbesserungen auszuhandeln.

Die Farc-Führung hat ihre Bereitschaft zu einer raschen Einigung signalisiert. Der Konflikt zwischen Guerilla, Militär und rechten Paramilitärs hat seit 1964 mehr als 220.000 Menschenleben gefordert.

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erstellt am 13.Okt.2016 | 12:23 Uhr

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