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Politik

03. Dezember 2016 | 22:56 Uhr

Präsident Lech Kaczynski : Sechs Jahre nach dem Absturz: Smolensk-Opfer werden exhumiert

vom

Der Absturz der polnischen Maschine ist bis heute nicht geklärt. Die Regierung vermutet einen Anschlag.

Warschau | Sechs Jahre nach dem Absturz der Präsidentenmaschine bei Smolensk lässt Polen die Opfer der Katastrophe exhumieren. Als Erster soll am Montag der damalige Präsident Lech Kaczynski, Bruder des PiS-Vorsitzenden Jaroslaw Kaczynski, aus seinem Grab in Krakau geholt werden, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Mindestens ein Jahr würden die Untersuchungen aller Toten dauern, hieß es.

Die nationalkonservative Regierung lässt neu ermitteln, weil sie hinter dem Absturz am 10. April 2010 im russischen Smolensk kein Unglück, sondern einen Anschlag vermutet. Zahlreiche Angehörige hatten in einem offenen Brief gegen die Exhumierungen protestiert.

Der Flugzeugabsturz von Smolensk 

Der Absturz der polnischen Präsidentenmaschine am 10. April 2010 war eine der folgenschwersten Flugzeugkatastrophen in der polnischen Luftverkehrsgeschichte: Unter den 96 Menschen an Bord waren Präsident Lech Kaczynski, die Oberkommandierenden des polnischen Militärs, mehrere Mitglieder des Parlamentspräsidiums, Abgeordnete und Senatoren. Sie alle waren an Bord der Tupolew TU-154 unterwegs zu einer Gedenkfeier für die Opfer der Massaker von Katyn. Dort hatten 70 Jahre zuvor Angehörige des sowjetischen Geheimdienstes NKWD Tausende polnische Offiziere ermordet.

Während der offizielle Untersuchungsbericht von Pilotenfehlern beim Landeanflug im Nebel ausgeht, sind die staatsanwaltlichen Ermittlungen noch immer nicht abgeschlossen. Unklar ist, ob einer der prominenten Passagiere Druck auf die Piloten ausübte, in Smolensk zu landen und nicht auf einen Ersatzflughafen auszuweichen. Das Wrack der Maschine wurde zum Streitpunkt zwischen Moskau und Warschau. Auch fünf Jahre nach dem Absturz haben die russischen Behörden das Wrack nicht an Polen zurückgegeben.

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erstellt am 14.Nov.2016 | 11:13 Uhr

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