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Politik

24. März 2017 | 21:06 Uhr

Mögliches Kriegsverbrechen : Rotes Kreuz hat Hinweise auf Giftgaseinsatz bei Mossul

vom

Es gibt es erste Hinweise auf einen Einsatz, aber noch nicht auf die Täter. Die Vereinten Nationen wählen deutliche Worte.

Bagdad/Mossul | Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) geht davon aus, dass bei den Kämpfen um die irakische Großstadt Mossul Giftgas eingesetzt wurde. Sieben Patienten hätten Symptome, die auf den Einsatz schließen ließen, teilte die Organisation am Freitag mit. Die fünf Kinder und zwei Frauen, die in den vergangenen zwei Tagen eingeliefert worden seien, würden in einem Krankenhaus in der Nähe von Mossul behandelt. Bislang ist nicht geklärt, welche Gruppe Giftgas eingesetzt hat.

Die Vereinten Nationen teilten mit, dass der Einsatz von chemischen Waffen ein Kriegsverbrechen sei. Sollten sich die Berichte bestätigen, wäre dies zudem eine ernsthafte Verletzung des internationalen humanitären Rechts, sagte die humanitäre Koordinatorin der UN im Irak, Lise Grande, am Samstag.

Der IKRK-Regionaldirektor für den Nahen Osten, Robert Mardini, sagte, der Einsatz von Chemiewaffen sei nach dem Völkerrecht verboten. Man sei zutiefst besorgt über das, was die Kollegen gesehen hätten und verurteile den Einsatz dieser Waffen, unabhängig davon, welche Seite sie eingesetzt habe.

Ein Militärbündnis unter Führung der irakischen Armee hatte im Oktober eine Offensive auf die nordirakische Stadt begonnen, um die Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aus ihrem wichtigsten Stützpunkt zu vertreiben. Mossul ist die letzte Hochburg des IS im Irak. Sollten die sunnitischen Extremisten die Großstadt verlieren, wären sie im Irak militärisch weitestgehend besiegt.

Vor der Offensive auf Mossul war immer wieder befürchtet worden, dass der IS Chemiewaffen im Kampf gegen anrückende Soldaten einsetzen könnte. Es wird vermutet, dass die Dschihadisten Kampfmittel besitzen.

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erstellt am 04.Mär.2017 | 13:55 Uhr

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