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Politik

08. Dezember 2016 | 23:15 Uhr

Tui, Lufthansa, Eurowings und Air Berlin : Putsch in der Türkei: Das müssen Reisende wissen

vom

Airlines sagen Flüge in die Türkei ab. Tui-Kunden können kostenlos ihre Reisen stornieren.

Alle Ereignisse zum Putsch in der Türkei lesen Sie stets aktuell im Liveblog.

Die Lufthansa streicht aus Sicherheitsgründen alle Istanbul-Flüge von und nach Frankfurt. Außerdem werden alle Türkei-Flüge von und nach München abgesagt. An den für den Sonnabendnachmittag geplanten Verbindungen zwischen Frankfurt und Antalya sowie Frankfurt und Bodrum hielt die Fluglinie dagegen nach eigenen Angaben fest. Zu Türkei-Flügen am morgigen Sonntag gibt es zunächst keine Auskunft.

Mehrere Fluggesellschaften haben ihre Türkei-Flüge gestrichen. Die Lufthansa, Eurowings und Air Berlin sagten in der Nacht zu Samstag Flüge aus dem Land und in das Land hinein ab. „Wir werden bis morgen Mittag 12 Uhr alle Verbindungen von und in die Türkei streichen“, sagte ein Lufthansa-Sprecher. „Danach werden wir sehen, wie sich die Lage weiterentwickelt.“

Betroffen seien insgesamt fünf Flugrouten. Abflüge aus München und Frankfurt sowie aus Istanbul und Ankara, aber auch aus den Urlaubsorten Antalya, Bodrum und Izmir seien gecancelt. Der Lufthansa-Sprecher riet allen Passagieren, Kontakt zur Airline aufzunehmen, um sich über ihren Flugstatus zu informieren.

Air Berlin hat nach Angaben eines Sprechers am Freitagabend einen Flug von Wien nach Antalya gestrichen. Ob am Samstag Air-Berlin-Flieger in die Türkei starten werden, sei noch nicht entschieden, sagte der Sprecher weiter. Lufthansas Billigflug-Tochter Eurowings setzte alle Flüge zwischen Deutschland und der Türkei bis auf Weiteres aus, wie die Gesellschaft mitteilte. 

Zuvor hatte die Lufthansa eine Maschine von Frankfurt nach Ankara zurückbeordert. Alle anderen Flüge seien davor bereits abgewickelt worden, sagte der Sprecher. Auch eine Maschine der niederländischen Fluggesellschaft KLM mit 184 Menschen an Bord hat ihren Flug nach Istanbul abgebrochen und machte sich auf den Weg zurück nach Amsterdam.

Aufgrund des Putschversuchs in der Türkei hat der deutsche Reiseveranstalter Tui einen Krisenstab einberufen. Dies sagte eine Tui-Sprecherin. Kunden, die in den nächsten Stunden in die Türkei fliegen wollten, könnten kostenlos ihre Reise stornieren. Die Abflugschalter seien entsprechend informiert worden.

In den türkischen Ferienzentren ist die Lage nach Angaben von Tui ruhig. Dies berichteten Reiseleiter vor Ort, sagte die Sprecherin. Noch keine Angaben konnte sie darüber machen, ob rückreisewillige Urlauber schnell zurückgeflogen werden können.

Der Reiseveranstalter Thomas Cook forderte die Urlauber auf, „vorsichtshalber bis auf weiteres in ihren Hotels zu bleiben“. Bisher lägen aber keine Erkenntnisse vor, dass Touristen an der Südküste der Türkei betroffen seien. Kunden von Thomas Cook und der dazugehörigen Fluggesellschaft Condor können kostenfrei ihre Reise umbuchen oder stornieren.

Was sagt das Auswärtige Amt? Wie sollten sich Touristen jetzt verhalten?

Das Auswärtige Amt rät Reisenden in Antalya und Istanbul zu äußerster Vorsicht. Bei unklarer Lage solle man Wohnungen und Hotels im Zweifel nicht verlassen, heißt es im Reisehinweis für die Türkei. Nach Aussage der Reiseveranstalter ist die Lage in den touristischen Regionen am Mittelmeer ruhig. «Bisher haben wir keine Erkenntnisse darüber, dass unsere Gäste an der Südküste der Türkei davon betroffen sind», hieß es zum Beispiel bei Thomas Cook. Man empfehle jedoch den Gästen vorsichtshalber, bis auf Weiteres im Hotel zu bleiben. Auch laut Tui Deutschland ist die Situation in den Badeorten aktuell ruhig.

Wie reagieren die großen Reiseveranstalter?

Tui Deutschland bietet allen Urlaubern für Anreisen bis zum 17. Juli an, kostenlos zu stornieren oder umzubuchen. Dafür sollten sich die Urlauber an ihre Buchungsstelle wenden. Auch Gäste vor Ort, die ihren Urlaub abbrechen möchten, könnten dies tun. Eine vorzeitige Abreise werde durch die Reiseleitung vor Ort organisiert. Das Ausflugsprogramm am heutigen Samstag wurde vorsorglich abgesagt. Ähnlich verfährt die Thomas-Cook-Gruppe (Neckermann, Öger, Thomas Cook, Condor). Urlauber, die am heutigen Samstag oder morgigen Sonntag in die Türkei reisen wollten, könnten kostenfrei umbuchen oder stornieren. Laut Sibylle Zeuch vom Deutschen Reiseverband (DRV) reagieren so ähnlich auch die meisten anderen Veranstalter.

Wenn ich angesichts der Lage nicht mehr in die Türkei reisen möchte oder meinen Urlaub abbrechen möchte - kann ich das kostenlos tun? Wie ist die Rechtslage?

Das hängt vor allem davon ab, in welche Region der Türkei ich reisen möchte. Bei einem Badeurlaub zum Beispiel in Antalya, dürften Urlauber nach Einschätzung von Sabine Fischer-Volk von der Verbraucherzentrale Brandenburg schlechte Karten haben - beziehungsweise es fallen Stornierungskosten an, wenn sich die Veranstalter nicht kulant zeigen. Da die Lage dort ruhig sei, hätten Urlauber kein Recht auf kostenlose Umbuchungen oder Stornierungen. Wer einen Städtetrip nach Istanbul gebucht hat, dürfte dagegen weniger Probleme bekommen - so bieten die meisten Veranstalter für die Stadt seit dem Anschlag am Flughafen in Istanbul kostenlose Umbuchungen und Stornierungen bis 31. Juli an. Am Freitagabend war der Istanbuler Flughafen geschlossen worden, alle Flüge wurden abgesagt, auch deutsche Airlines mussten Flüge streichen. Wer auf einen der Flüge gebucht war, bekommt von der Airline sein Geld zurück oder kann eine Ersatzbeförderung verlangen. Eine Ausgleichszahlung nach der EU-Fluggastrechteverordnung gibt es jedoch nicht. «Das ist eindeutig höhere Gewalt, da gibt es kein Geld», so Fischer-Volk.

Müssen Kreuzfahrtreedereien reagieren?

Die meisten Reedereien müssen nicht mehr reagieren. Sie haben in den vergangenen Wochen und Monaten nach den Anschlägen bereits fast alle Anläufe der Türkei - allen voran Istanbul abgesagt. Das gilt zum Beispiel für den deutschen Marktführer Aida Cruises, MSC oder Norwegian Cruise Line. Tui Cruises läuft erst wieder im Oktober Istanbul an. 

 
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erstellt am 16.Jul.2016 | 15:37 Uhr

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