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Politik

07. Dezember 2016 | 13:33 Uhr

Terrorismus in Deutschland : Polizisten nehmen mutmaßliches IS-Mitglied in Berlin fest

vom

Der 27-Jährige gilt laut Medienberichten als hochgefährlich. Experten sprechen von einem „zweiten Dschaber al-Bakr“.

Berlin | Gut drei Wochen nach der Verhaftung des Syrers Dschaber al-Bakr in Leipzig haben Berliner Ermittler einen weiteren Terrorverdächtigen gefasst. Beamte des Landeskriminalamtes nahmen den Mann - nach eigenen Angaben ein 27-jähriger Syrer - am Mittwochabend in einer Wohnung in Berlin-Schöneberg fest. Laut Bundesanwaltschaft wird er verdächtigt, Mitglied der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gewesen zu sein. Die Behörde will am Vormittag entscheiden, ob sie einen Haftbefehl beantragt.

In jüngster Zeit hatte sich mehrfach gezeigt, dass islamistische Extremisten, etwa vom IS, auch Deutschland im Visier haben. Der mutmaßliche Terrorist Al-Bakr hatte sich schon Sprengstoff besorgt und wollte den Ermittlern zufolge einen Berliner Flughafen angreifen. Er erhängte sich kurz nach seiner Festnahme in seiner Gefängniszelle in Leipzig. Auch Düsseldorf stand bereits im Visier der IS-Kämpfer. Die Sicherheitsbehörden konnten einen Terroranschlag jedoch vereiteln.

Die Polizei teilte mit, der Mann stehe im Verdacht, Mitglied einer ausländischen terroristischen Vereinigung zu sein. Das Portal „Focus Online“ hatte am Abend geschrieben, der Festgenommene gelte als hochgefährlich. Es werde in Berliner Sicherheitskreisen von einem „zweiten Dschaber al-Bakr“ gesprochen. Der Hinweis, der zur Festnahme des Syrers in Berlin geführt habe, sei von einem ausländischen Nachrichtendienst gekommen.

Das genaue Ausmaß der angenommenen Terrorbedrohung blieb zunächst unklar. Deutsche Sicherheitskreise äußerten sich am Donnerstag zurückhaltend: Die Hintergründe müssten erst ermittelt werden. Offen sei auch, ob es sich tatsächlich um einen zweiten Fall Al-Bakr handeln könnte. Die Sicherheitsbehörden reagierten seitdem besonders sensibel und griffen deshalb bei Hinweisen schnell zu.

Im Berliner Fall wurde der Mann lediglich vorläufig festgenommen. Der 27-Jährige, der von sich selbst sagt, er sei Syrer, soll Sicherheitskreisen zufolge in Tunesien geboren sein. Die „Welt“ gab seinen Namen mit Ashraf Al-T. an. Nach eigener Aussage hält er sich seit 2015 in Deutschland auf.

Der Verdächtige sei zusammen mit einem mutmaßlichen Komplizen deutscher Herkunft und gleichen Alters über einen längeren Zeitraum observiert worden, sagte ein Ermittler der „Welt“. Informationen über mögliche Anschlagspläne erhofften sich die Ermittler durch Auswertung seiner Kommunikationsgeräte.

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erstellt am 03.Nov.2016 | 06:59 Uhr

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